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Pegida Frankfurt Pegida zum Dritten

Bei der dritten Pegida-Kundgebung in Frankfurt demonstrieren etwa 1000 Menschen gegen die Islamfeinde. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort und durchsucht anwesende Neonazis.

Gegendemonstranten mit Plakaten. Foto: peter-juelich.com

Die dritte Kundgebung des Frankfurter Ablegers der islamfeindlichen Pegida-Bewegung ist am Montagabend weitgehend friedlich über die Bühne gegangen. Rund 100 Menschen waren dem erneuten Aufruf der Initiative um die Frankfurterin Heidi Mund gefolgt, an der Hauptwache gegen die vermeintliche „Islamisierung des Abendlandes“ zu demonstrieren.

Etwa 1000 überwiegend junge Gegendemonstranten versuchten, die Kundgebung mit Rufen und Pfiffen zu behindern. Wie an den vergangenen beiden Montagen wurden rohe Eier und Kartoffeln sowie einige Böller in Richtung der Pegida-Kundgebung geworfen.

Die Polizei, die mit einem Großaufgebot vor Ort war, hatte den Bereich rund um die Katharinenkirche abgesperrt, Pegida-Anhänger und Gegendemonstranten wurden zudem durch Polizeiketten und Drängelgitter voneinander getrennt. Vor den Gegendemonstranten hatten sich Beamte postiert, die immer wieder fliegende Eier mit den Händen oder Polizeischilden abfingen.

Zur Pegida-Versammlung war neben Heidi Mund und einigen älteren Menschen auch Stefan Jagsch gekommen, der Vorsitzende der hessischen NPD. Jagsch hatte bereits an der ersten Frankfurter Pegida-Kundgebung teilgenommen. Außerdem hatten sich mehr als zehn Neonazis unter die Teilnehmer gemischt, die dem hessischen Neonazi-Netzwerk „Freies Netz Hessen“ zuzuordnen sind. Gegen Ende der Kundgebung separierte die Polizei die Rechtsradikalen, durchsuchte sie und nahm ihre Personalien auf.

Inhaltlich äußerten die Redner der Pegida sich ähnlich wie in den vergangenen Wochen. Mund betonte in ihrer Rede erneut, politisch nicht rechts zu stehen. Sie wiederholte ihre Forderung nach mehr innerer Sicherheit und einer kontrollierten Zuwanderung und lobte die bundesweite Pegida-Bewegung dafür, politische Missstände angesprochen zu haben: „Das Thema Islamisierung ist kein Tabuthema mehr.“

Proteste bündeln

Ein weiterer Redner sprach davon, weltweit hätten Muslime im Namen ihres „Blutgottes Allah“ Millionen von Menschen getötet. Mund kündigte am Ende der Versammlung an, erst in zwei Wochen solle wieder eine Pegida-Kundgebung stattfinden.

Unter den Gegendemonstranten fielen besonders die Mitglieder der Satirepartei „Die PARTEI“ auf, die wie in der vergangenen Woche heiße Getränke verschenkten. Nico Wehnemann vom Ortsverband Gallus hatte bereits im Vorfeld angekündigt, den Protesten gegen Pegida mit Glühwein und Musik einen „Volksfestcharakter“ verleihen und das wöchentliche „Nazi-Freigehege“ an der Hauptwache als Touristenattraktion etablieren zu wollen.

Die Frankfurter Jusos versuchen derweil, den eher spontanen Protest gegen Pegida unter ein gemeinsames Dach zu bekommen. Sie habe die Jugendorganisationen der Parteien, Gewerkschaften und linke Gruppen zu einem Treffen eingeladen, sagte Myrella Dorn, Juso-Sprecherin und Vorsitzende des AStA der Goethe-Universität. Der Protest an der Hauptwache dürfe nicht abbröckeln, sagte Dorn. „Wir werden auf jeden Fall Durchhaltevermögen brauchen, ansonsten bekommt Pegida noch Zulauf.“

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