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Pegida-Ableger Neuer Standort, alte Demo

Ex-Pegida versammelt sich in überschaubarer Größe auf dem Roßmarkt. Unter dem neuen Namen „Freie Bürger für Deutschland“ haben sich gut zwei Duzend Leute versammelt. Angemeldet hatte Mund 100.

Viel freie Fläche für „Freie Bürger“: Kleine Demo auf dem Roßmarkt. Foto: christoph boeckheler*

Wieder ging das Pfeifkonzert kurz nach 18 Uhr los. Die gute neue Tradition von Demonstration und Gegendemonstration am Montagabend hatte sich nur ein paar Meter weiter Richtung Süden verlagert. Um die Einzelhändler rund um die Hauptwache zu entlasten, hatte das Ordnungsamt Heidi Mund dazu bewogen, ihre islamkritische Demonstration auf den Roßmarkt zu verlegen. Pegida-Initiator Lutz Bachmann hatte Mund aber das Mandat für die Ausrichtung einer Kundgebung unter diesem Namen untersagt. Also hatte Mund ihre Demo als „Freie Bürger für Deutschland“ angemeldet.

Die Szenerie mutete schon etwas seltsam an. Auf dem weitläufigen Roßmarkt standen etwa genauso viele Mund-Unterstützer wie Absperrgitter. Gut zwei Dutzend „Freie Bürger“ standen vor einem Transporter und zwei Lautsprechern, drumherum viel Straßenpflaster. Die Einzigen, die das, was Mund und ihre Mitstreiter verlautbarten, hören konnten, waren die, die es partout nicht hören wollen: Knapp 500 Gegendemonstranten.

Angemeldet hatte Mund 100 Leute. Trotz der für sie ernüchternden Beteiligung gab sie sich kämpferisch: „Wir kämpfen bis zum letzten Atemzug“ und „Deutschland wird nicht fallen“, war zwischen den Pfeifkonzerten und Schmähgesängen zu hören. Die Zahl der Gegendemonstranten war diesmal vielleicht etwas niedriger, weil kein Aufzug zu verhindern war. Den hatte Mund nämlich gar nicht angemeldet.

Die Gegendemonstranten hatten zudem zwei verschiedene Schauplätze. Einmal direkt um die weiträumig aufgestellten Absperrgitter und dann um den Lautsprecherwagen der Anti-Nazi-Koordination. Aufgrund der neuen Örtlichkeiten hatten die Ordnungskräfte den Lautsprecherwagen auf dem Goetheplatz genehmigt, doch das war Organisator Hans-Christoph Stoodt zu weit entfernt: „Dann können wir ja auch in Gießen aufbauen.“ Also wurde eine Spontandemonstration an der Einmündung zu Junghofstraße abgehalten und in der Folge um jeden Meter verbal gekämpft, um mit dem Lautsprecherwagen näher an Mund und ihre Mitstreiter heranzukommen. Die Polizei sperrte jedoch die Straße entlang des Goetheplatzes ab und verhinderte, dass die Gegendemonstranten mit Lautsprecherwagen näher herankamen. „Die Störung mit Lautsprechern wäre eine Straftat nach dem Versammlungsgesetz“, so eine Polizeisprecherin.

Der Abmarsch der „Freien Bürger“ erfolgte diesmal nach Polizeiangaben ohne Probleme, in einer Spontandemo zogen dann noch etwa 350 Gegendemonstranten über die Zeil Richtung Konstablerwache. Laut der Frankfurter Polizei gab es Eierwürfe auf die Mund-Kundgebung und später wegen der Demo Verkehrsbehinderungen bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe.

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