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Pegida-Ableger Bizarres Hörspiel auf dem Roßmarkt

Formal ein neuer Veranstalter, aber die gleichen Gestalten auf der Bühne. Was sonst noch anders ist bei der Mahnwache der "Freien Bürger für Deutschland" - und was bleibt von den montäglichen Pegida-Treffen in Frankfurt. Ein Überblick.

Viel freie Fläche für „Freie Bürger“: Kleine Demo auf dem Roßmarkt. Foto: christoph boeckheler*

Vor der Katharinenkirche herrscht gähnende Leere. Noch vor zwei Wochen war bereits um 16 Uhr die Hauptwache aufgrund des großen Polizeiaufgebots dermaßen ungastlich, dass die meisten einkaufswilligen Passanten das Weite suchten, wollten sie nicht der allwöchentlichen bisweilen bizarren Mahnwache der Pegida Frankfurt beiwohnen. Schließlich hatte die Bundes-Pegida um Lutz Bachmann ein Einsehen und untersagte die Veranstaltung, woraufhin eine Gruppe um Heidi Mund den Verein "Freie Bürger für Deutschland" gründete.

Die stehen nun erstmalig auf dem Roßmarkt vor der Commerzbank, da das Ordnungsamt um Rücksichtnahme für die geplagten Einzelhändler gebeten hatte.

Dem Ruf der "Freien Bürger" folgen deutlich weniger als dem der Pegida. Die Veranstalter versuchten, mit dem bayrischen Rechtsaußen Michael Stürzenberger ihre Anhänger zu mobilisieren. Gekommen sind etwa 25 - neben den üblichen Flaggen-Trägern sind erstmals Vertreter der rechten Plattform PI-News mit einem Transparent vor Ort.

Die Polizei verschont die Hauptwache mit übermächtiger Präsenz, dafür ist der Goethe-Platz mit Einsatzwagen zugestellt. Zunächst ist kein atmosphärischer Unterschied zu den vergangenen Montagen zu spüren. Doch das ändert sich mit dem Einbruch der Dunkelheit. Nichts ist mehr zu sehen von dem Grüppchen mit den Deutschland- und German Defence-Fahnen; das Commerzbank-Schild taugt nicht als einzige Lichtquelle, weshalb die Redner um Heidi Mund im Dunkeln agieren. So ist die Atmosphäre weitaus weniger gespenstisch als noch vor der Katharinenkirche, als Heidi Mund von Scheinwerfern angestrahlt und in eine Deutschland-Fahne gehüllt die Nationalhymne schmetterte und bisweilen klang, als wollte sie den Teufel austreiben.

Ohne die dazugehörigen Gesichter kommen die Parolen hingegen quasi als bizarres Hörspiel noch abwegiger beim Zuhörer an, insbesondere die der Heidi Mund, die zum Ende der Veranstaltung einen Artikel aus der FAZ mit einer Intonation vorliest, als handele es sich um eine Gute-Nacht-Geschichte. Zum Einschlafen ist es jedoch eindeutig zu kalt.

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