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Parks in Frankfurt Yoga bringt in Frankfurt Anwohner um ihre Ruhe

Immer öfter nutzen Sportanbieter Parks in Frankfurt als Trainingsfläche. Das ärgert die Anwohner, die sich in ihrer Ruhe gestört fühlen. Außerdem ist die kommerzielle Nutzung der öffentlichen Grünflächen verboten.

Kommerzielle Nutzung von Frankfurter Parks
Der frisch sanierte Holzhausenpark im Nordend ist beliebt bei Klein und Groß. Foto: Michael Schick

Stephan Heldmann hat keinen leichten Job. Der Leiter des Grünflächenamts muss die 1550 Hektar Grünflächen der Stadt mit seiner kleinen Mannschaft gegen immer größere Auswüchse verteidigen. Gegen Grillorgien, Müllsünder, Wildpinkler – und neuerdings auch gegen Yogatreibende. 

Die 45 Parks der Stadt erfreuen sich in den Sommermonaten großer Beliebtheit. Besonders beliebt ist der gerade erst aufwendig sanierte Holzhausenpark im Nordend. „Da wimmelt es von Parknutzern, der Holzhausenpark hat ein großes Einzugsgebiet“, sagt Heldmann. Clemens Greve fühlt sich für den Park verantwortlich. Der Anwohner des Parks ist Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung, die sich um den Erhalt des Parks kümmert und dort ehrenamtlich auch schon mal Müll einsammelt. Seit der Sanierung hat Greve festgestellt, dass der Park zunehmend kommerziell genutzt wird. 

Holzhausenpark: Meditative Musik aus Lautsprecher-Boxen

Greve stört sich vor allem an einer Gruppe Yogatreibender, die so groß ist, dass die Yogalehrerin Lautsprecher aufstellt, um alle Teilnehmer zu erreichen. Aus den Boxen klingt dann auch schon mal meditative Musik. „Ich wohne drei Straßen weiter und höre die Musik noch, das finde ich schade“, sagt Greve. Auch Eltern hätten sich schon beschwert, auf ihre Kinder werde keine Rücksicht genommen, ergänzt Greve und verweist auf den Stifter des Parks, Adolph von Holzhausen. Der habe einst, als er den Park der Stadt überließ, gesagt, der Park möge allen Menschen im Nordend, die ohne Garten sind, zur Erholung dienen. 

Heldmann muss nicht von Holzhausen zitieren, er kann sich auf die Grünflächensatzung von 1997 berufen: „Die Satzung steht einer kommerziellen Nutzung der Grünflächen entgegen.“ 
Das Grünflächenamt hat vier namentlich bekannte Gewerbetreibende, die im Holzhausenpark Sport für Geld anbieten, angeschrieben. Drei Yoga-Anbietern und dem Anbieter eines Bootcamps wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren angedroht, falls sie ihre kommerziellen Veranstaltungen weiterhin im Holzhausenpark anbieten.

Nun ist das Verbot einer Beschallung in einem nur 3,5 Hektar großen Park im Wohngebiet nachvollziehbar. Allerdings weist Heldmann darauf hin, dass es auch in anderen Parks wie im Ostpark oder im Niddapark nicht gestattet sei, Sport gegen Geld anzubieten. Zugleich betont Heldmann: „Wir wollen die Leute in unseren Grünanlagen haben.“ Schließlich sei das eine Form von Lebensqualität, die die Stadt ihren Bürgern bieten wolle. Das Verbot einer kommerziellen Nutzung führt allerdings zu der etwas irritierenden Situation, dass 30 Menschen, die im Hafenpark kostenlos den Fitness-trend Callisthenics machen, dies dürfen, 30 Leute, die nebendran Yoga machen wollen und dafür sogar bezahlen, aber nicht.

Heldmann rät den kommerziellen Anbietern, sich an Sportvereine zu wenden. „Wir haben 56 Sportanlagen in der Stadt, da gibt es auch Nebenflächen, die genutzt werden können.“ Der eine oder andere Sportverein in der Stadt würde sich vermutlich freuen, wenn er sein Angebot erweitern könne, mutmaßt Heldmann. 

Eine der Yogalehrerinnen will am Wochenende ein letztes Mal ihre Künste im Holzhausenpark anbieten. Unentgeltlich, nur eine Spendenbox will sie aufstellen. Aber auch das, warnt Andreas Schmidt vom Grünflächenamt, sei streng genommen eine Veranstaltung, die genehmigt werden müsse. Heldmann betont, dass es dem Grünflächenamt nicht ums Abkassieren gehe, „sondern darum, ein Bewusstsein zu schaffen für das Thema“. 

Anfragen kommerzieller Veranstalter für die Nutzung von Grünflächen gibt es übrigens viele, rund 450 im Jahr. Auch damit müssen sich Heldmann und sein Team befassen.

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