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Parkhaus Dom Römer Frisch saniert

Das Parkhaus Dom Römer ist wieder geöffnet. Planungsdezernent Cunitz lobt die Tiefgarage als "hell und komfortabel".

Das Parkhaus Dom Römer ist wieder geöffnet. Planungsdezernent Cunitz lobt die Tiefgarage als "hell und komfortabel".

Als Geschichtsstudent hat Olaf Cunitz (Grüne) die Maginot-Linie besichtigt, das von Bunkern gesäumte Verteidigungssystem entlang der französischen Grenze. Daran fühlte sich der Frankfurter Planungsdezernent erinnert, als er Fotos des Parkhauses Dom Römer vor der Renovierung sah.
40 Jahre wurde das Parkhaus sich selbst überlassen, 2010 wurde ein defektes Notstromaggregat entdeckt, die Sprinkleranlage war verrostet. „Je weiter wir vordrangen, desto gravierender stellte sich die Situation dar“, erzählt Michael Guntersdorf, Geschäftsführer des Bauherren Dom Römer GmbH. Wasser drang ein, Rohre und Stahlträger korrodierten.

Die Tiefgarage ist von heute an wieder zugänglich. 480 Stellplätze stehen im südlichen Teil bereit, die Einfahrt liegt in der Domstraße. Das Parkhaus hat noch die alte Grundfläche, aber das neue Leitsystem erleichtert die Orientierung. „Jetzt ist das Parkhaus zeitgemäß, hell und komfortabel“, freut sich Cunitz.
Goldene Piktogramme auf rotem Grund sind an den drei Ausgängen angebracht: Eine Krone, die auf den Krönungsweg der Kaiser verweist, leitet zum Ausgang Markt, ein gotischer Spitzgiebel zum Ausgang Dom und die Römer-Silhouette zum Römerberg. Die Farbe Rot sei markant und strahle Wärme aus, meint Designer Bernd Hilpert. „Auf diese Weise entstehen Merkhilfen, die die Orientierung erleichtern.“

Mehr als 1000 LED-Lampen leuchten die Parkflächen aus. Die Beleuchtung, die über Bewegungsmelder gesteuert wird, sei „heller als früher und trotzdem energieeffizient“, sagt Cunitz.

Die Stellplätze sind 2,40 Meter breit, es gibt Frauen- und Familienparken nahe den Ausgängen. Der Umbau hat 16,4 Millionen Euro gekostet. 20 000 Quadratmeter Fläche auf zwei Ebenen wurden saniert, 120 Kilometer Leitungen verlegt und 20 Kilometer Rohre und Trassen. Für Elektro-Fahrzeuge gibt es sechs Aufladestationen, abgerechnet wird über das Parkticket. Man kann mit Bargeld und Karte zahlen. Öffnungszeiten sind von 6 Uhr bis 0 Uhr, Autofahrer kommen auch nachts wieder aus der Garage heraus. Fahrradfahrer hingegen würden erfahrungsgemäß keine Parkhäuser nutzen, weshalb oberirdisch Bügel am Römer und Paulsplatz aufgestellt worden seien, sagt Cunitz.

Das alte Parkhaus Römerberg entstand in der Zeit, als das Technische Rathaus, der U-Bahn-Anschluss und das Historische Museum errichtet wurden. Damals sei „historischer Siedlungsgrund zerstört worden“, sagt Cunitz, Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert wurde einfach weggeworfen.

40 Jahre später ist das Dom-Römer-Areal wieder eine Baustelle, aber ein Ende ist nun in Sicht: Das Parkhaus ist das erste Objekt, das in der Altstadt fertig ist, zumindest der südliche Teil der Garage.

Weitere 130 Parkplätze entstehen im nördlichen Teil, der bis Ende 2016 saniert sein soll. Das Stadthaus wird Ende 2014 eröffnet. Alle Neubauten und Rekonstruktionen in der Altstadt seien bis Ende 2016 fertig, sagt Cunitz. „Wir liegen im Zeitplan.“

Als Cunitz als Erster einen Parkschein löst, denkt er nicht mehr an die Maginot-Linie. „Wir eröffnen eines der nutzerfreundlichsten Parkhäuser der Stadt.“ Die Parkhaustester des ADAC, die kürzlich das Parkhaus Squaire mit einem Gütesiegel ausgezeichnet hatten, könnten nun kommen.

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