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Paradieshof in Sachsenhausen Design-Schule am Paradiesplatz

Studierende sollen Alt-Sachsenhausen beleben. Die European School of Design zieht an den Paradiesplatz in Frankfurt. Der Umbau kostet 3,5 Millionen Euro.

Der Campus am Paradiesplatz in der Simulation. Foto: ESOD

Der scheidende Bürgermeister macht aus seiner Genugtuung keinen Hehl. „Ich freue mich, dass wir das noch hinbekommen haben“, sagt Olaf Cunitz bei seiner letzten Pressekonferenz. Nach achtjährigem Streit ist eine Lösung für den brachliegenden Paradieshof in Alt-Sachsenhausen gefunden worden. Die European School of Design (ESOD) zieht an den Platz und verdoppelt die Zahl ihrer Studierenden aus etlichen europäischen Ländern auf 100.

Eine elfköpfige Jury entschied sich für diese Zukunft des städtischen Grundstücks unter der Adresse Paradiesgasse 23. Die ESOD will in den nächsten Jahren 3,5 Millionen Euro investieren, um die alte Bausubstanz aus den 60er Jahren weitgehend umzugestalten. So soll im Erdgeschoss und in der ersten Etage ein Foyer entstehen, das auch als großer Ausstellungsraum gedacht ist. Ein Café lädt künftig im Parterre auch Nichtstudierende zum Verweilen ein.

In den Obergeschossen gibt es neben den Unterrichtsräumen Appartements für Studierende. Die Kellerräume sind Werkstätten vorbehalten. Die European School of Design, die unter anderem den Nachwuchs für Werbeagenturen ausbildet, ist heute an zwei Orten in Frankfurt untergebracht. Hauptsitz ist das Gebäude Hamburger Allee 45 in Bockenheim.

Wichtigstes Ziel der Stadt war es, so der Bürgermeister, am Paradiesplatz „ein Gegengewicht zur dominanten Kneipennutzung“ in Alt-Sachsenhausen zu schaffen. Gerade tagsüber soll die Schule am Paradieshof für eine Belebung des Quartiers sorgen.

Acht Bewerber hatten für die zweite Runde des Bieterwettbewerbes Konzepte eingereicht. Auf den zweiten Rang kamen die Vorstellungen der Wohnrauminitiative Frankfurt (WIF). Sie wollte preiswerte Studierendenwohnungen schaffen, ebenfalls ein Café und ein kleines Restaurant mit persischer Küche.

Vorgesehen hatte die Initiative außerdem ein offenes Stadtteilbüro und eine Bühne für Veranstaltungen. Ein Verein sollte alles koordinieren.

Den dritten Platz belegte der Verein Basis, der auch die Künstlerateliers an der Gutleutstraße unterhält. Basis wollte am Paradiesplatz ebenfalls Ateliers schaffen, außerdem Werkstätten und einen Showroom für Kreative und Künstler.

Mit den Ausschlag für die European School of Design gab die Tatsache, dass sie bei der Verwirklichung ihrer Pläne ohne finanzielle Unterstützung der Stadt auskommt. Die Kommune bleibt Eigentümerin des 1600 Quadratmeter großen Grundstücks und verpachtet es auf 30 Jahre an die ESOD. Mit ihr werden jetzt „Bieter- und Vertragsgespräche“ geführt. Am Ende soll ein Kontrakt unterschrieben werden.

Der Verein „project shelter“, der ein selbstverwaltetes Flüchtlingszentrum am Paradiesplatz wollte, hatte sich nach Angaben des Bürgermeisters bei ihm nicht mehr gemeldet. Der elfköpfigen Jury gehörten die Architektin Marie-Theres Deutsch, der Architekt Ferdinand Heide und der Makler Rainer Ballwanz an. Vertreten war auch die designierte neue Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), eine Sachsenhäuserin.

Die Entscheidung für die ESOD sei einstimmig gefallen, sagte der Bürgermeister.

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