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Ostend Widerstand gegen Nachverdichtung

Anwohner am Röderbergweg protestieren gegen ein Projekt der Wohnbaugenossenschaft. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen.

Neubau
So könnte der Neubau aussehen. Die Bäume entsprechen nicht der Realität. Rechts liegt der Röderbergweg. Foto: Wohnbaugenossenschaft

Wenn Gabriele Herbert auf ihrem Balkon steht, blickt sie ins Grüne. Große Bäume, viele Büsche und eine Wiese machen den Hinterhof am Röderbergweg 71-81 zum grünen Idyll. Das könnte bald anders werden. Der Eigentümer, die Wohnbaugenossenschaft Frankfurt, möchte den Hinterhof bebauen. 14 alte Garagen sollen zugunsten eines Neubaus abgerissen werden. Geplant sind 16 Wohnungen, darunter eine Tiefgarage, auch für alle derzeitigen Nutzer der Garagen. Eine Baugenehmigung für das Projekt, das im Frühjahr starten soll, gibt es noch nicht. Die Genossenschaft rechnet mit einer Bauzeit von 14 Monaten.

Gabriele Herbert möchte das Projekt verhindern. Vor kurzem war sie deshalb mit Nachbarn im Ortsbeirat 4. Nach Ansicht der Bewohner wird der neue Wohnblock die Lebens- und Wohnqualität von rund 150 Familien nachhaltig und irreparabel schädigen. Außer den 81 Parteien der Genossenschaft im Röderbergweg seien auch die angrenzenden Häuser der Nassauischen Heimstätte (NH) betroffen, so Herbert. 70 Mieter hätten eine Petition unterschrieben.

Nach Ansicht der Anwohner wird der Innenhof nicht nur zum Parken genutzt, sagt Herbert, sondern vielmehr als „eine Art Park“. Dort stehen etwa Platanen, Robinien und große Pappeln. Diese verhinderten, dass sich die Wohnungen im Sommer aufheizten. „Ich bin ganz traurig, wenn hier gebaut wird“, sagt eine 92-jährige Anwohnerin. Dann werde es keine Eichhörnchen und Vögel mehr geben, die sie gerne beobachte. Auch befürchtet sie, dass der Neubau viel zu nah liegen werde. Die Altbauten seien Baujahr 1958 und sehr hellhörig, so Gabriele Herbert.

Bedenken nachvollziehbar

Nach Ansicht von Wolfgang Hoffmeister vom Vorstand der Genossenschaft sind es nur „ein paar wenige“, die sich aufregen. Diese „informieren mit Unwahrheiten“ und „machen Stimmung“. Prinzipiell könne er die Bedenken nachvollziehen. „Derzeit schauen die Bewohner von ihren Balkonen auf Grün, künftig auf einen Neubau.“ Doch sei dieser nicht viel größer als die derzeitigen Garagen, nur höher. Auch werde kaum mehr Boden versiegelt als derzeit.

Über ein 3-D-Modell sei geprüft worden, wie der Neubau die Sonneneinstrahlung beeinträchtigt. Demnach seien die Wohnungen nicht verschattet: Mit vier Etagen sei der Neubau ein Stockwerk niedriger. Der Abstand zum Bestand werde mindestens zwölf Meter betragen, sagt Hoffmann. „Wir versuchen, den Neubau so weit weg wie möglich zu bauen.“

Wegen der Bäume habe die Genossenschaft mit dem Umweltamt gesprochen. Dieses habe Gutachten in Auftrag gegeben. Demnach würden vier größere Bäume gefällt. Darunter auch eine alte Pappel, die in einigen Jahren ohnehin nicht mehr verkehrssicher sei, so Hoffmann. Nicht alle Mieter schätzten die Bäume. Es gebe immer wieder Klagen, dass sie die Wohnungen verdunkelten.

Der Neubau richte sich stark am Baumbestand, sagt Hoffmann. So sei im Gebäude etwa ein Knick eingeplant, um möglichst wenig Grün entfernen zu müssen. Die Erde werde über ein Verfahren abgesaugt, „dass die Bäume schützt“.

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