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Ostend Ostbahnhof in neuer Hand

Ein Bauträger kauft das marode Gebäude des Ostbahnhofs. Der Abriss ist geplant, neben gewerblicher Nutzung ist auch Wohnbebauung denkbar.

Neue Hoffnung: Ein Hamburger Unternehmen möchte den Zweckbau abreißen und neu bauen. Foto: peter-juelich.com

Die Tage des ehemaligen Empfangsgebäudes des Ostbahnhofs sind gezählt. Der Hamburger Projektentwickler Evoreal hat das Grundstück erworben. Verkäufer des mehr als 5000 Quadratmeter großen Areals ist die in London ansässige Patron Capital, die in Deutschland zahlreiche Bahnhofsgebäude aufgekauft hat. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Evoreal beabsichtigt, das Gebäude abzureißen. Für das derzeit noch der Bahn gewidmete Grundstück soll ein neues Baurecht erwirkt werden, teilt das Unternehmen mit, das bisher nicht in Frankfurt tätig ist. Über die künftige Größe des Neubaus und die Nutzung konnte noch keine Aussage gemacht werden. „Wir stehen am Anfang und müssen uns erst mit der Bahn und der Stadt absprechen“, sagt Geschäftsführer Frank Stern. Bekannt sei, dass der Zugang zu den Gleisen gewährleistet werden müsse.

Offen sei, wann mit den Arbeiten begonnen wird, so Stern. „Wir sind gewillt, sofort loszulegen.“ Das Areal am Danziger Platz, zu dem das alte Wärterhäuschen und das Empfangsgebäude gehört, müsse erst umgewidmet werden. Auf die Frage, ob erst der Bau der geplanten nordmainische S-Bahn abgewartet werden soll, wollte sich der Geschäftsführer nicht äußern. Der Schwerpunkt des Bauträgers, der bislang in München, Berlin und Hamburg aktiv ist, liegt auf dem Bau von Neubau- Eigentumswohnungen.

Am Ostbahnhof ist vor allem eine gewerbliche Nutzung möglich, sagt der Leiter des Stadtplanungsamtes, Martin Hunscher. Der Neubau müsse sich am Bestand in der angrenzenden Grusonstraße orientieren, etwa dem Globetrotter, auch was die Gebäudehöhe und die Kubatur betreffe. Um zu klären, wie das Areal um den Danziger Platz gestaltet werden soll, hatte die Stadt vor zehn Jahren einen städtebaulichen Ideenwettbewerb ausgelobt und einen Rahmenplan erstellt.

„Es kann alles nur besser werden“

Untergeordnet sei am Ostbahnhof auch eine Wohnbebauung denkbar, so Hunscher. Da das Areal zwischen den Gleisen und dem stark befahrenen Danziger Platz liegt, seien Wohnungen dort weniger attraktiv. Konkrete Pläne von Evoreal lägen der Stadt derzeit nicht vor. Da das Gebäude marode und unschön ist, sei ein Neubau „ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Hunscher. Ihn würde es aber „überraschen, wenn dort in naher Zukunft gebaut wird“. Für die nordmainische S-Bahn soll 19 Meter unter dem Ostbahnhof eine Station entstehen. Dafür muss eine große, offene Baugrube entstehen, die die neuen Gebäude nach Hunschers Ansicht „abschneide“.

Bei den Politikern im Stadtteil kommt die Nachricht, dass der jahrelange Stillstand am maroden Bahnhofsgebäude enden wird, gut an. Das Areal sei „keine Zierde“, sagt der Vorsteher des Ortsbeirats 4, Hermann Steib (Grüne). Wichtig sei aber, dass das Vorhaben nicht den geplanten Lückenschluss des Grüngürtels zuwider laufe. Dieser soll vom Ostpark bis zum Mainufer über eine Begrünung des früheren Gleis 1 hergestellt werden. Steibs Stellvertreterin, Sabine Fischer (CDU), wertet das Projekt als „gutes Zeichen“. Unabhängig davon, was dort entsteht: „Es kann alles nur besser werden als jetzt.“

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