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Ostend Das Dach ist undicht

Anwohner wundern und ärgern sich über einen Kran am Kita-Neubau an der Oskar-von-Miller-Straße. Die Stadt teilt die Aufregung indes nicht.

Nach Wasserschaden verzögern sich die Arbeiten. Foto: C. Boeckheler

Für die Bewohner in der Oskar-von-Miller-Straße war es eine Überraschung. Eigentlich schien die neue Kindertagesstätte längst fertig zu sein. Anfang der Woche stand da aber, wie aus dem Nichts, ein großer, mobiler Kran mitten auf der Straße, einige Meter lang, noch mehr hoch. Ein Fahrzeug, das mit seiner Wucht wie ein Stopfen die Straße versperrte – und dazu die Feuerwehrzufahrten zu Grundstücken 36 und 38.

Das, sagt ein Anwohner, sei schwerwiegend. Umso mehr, da dort auch der Fluchtweges des S-Bahntunnels münde. Besagter Tunnel unter dem Main verbindet die Stationen Lokalbahnhof und Ostendstraße. Im Ernstfall wäre es für Rettungskräfte schwierig geworden, Verletzte abzutransportieren.

Ein Teil der Anwohner ist darüber verärgert. „Wenn wir hier mit dem Umzugswagen halten wollen, kommt direkt das Ordnungsamt“, beschwert sich einer. Plötzlich seien wohl alle Sicherheitsmaßnahmen unwichtig. Feuerwehr, Deutsche Bahn und Ordnungsamt haben die Nachbarn angerufen, doch „es scheint keinen Menschen zu interessieren“.

Dach großflächig geöffnet

Warum werde an der Kita überhaupt noch ein Kran benötigt?, fragen sich die Anwohner. Beim zuständigen Hochbauamt gibt es Antwort. Die Aufregung allerdings teilt man dort nicht. Gerhard Altmeyer, Fachbereichsleitung und stellvertretender Amtsleiter, sagt, dass das Gebäude keineswegs von Schimmel befallen sei, wie mache der Nachbarn vermuteten. „Kurz bevor das Dach abgenommen werden sollte, gab es einen Wasserschaden, das ist auch der Grund für die jetzigen Arbeiten“, erklärt Gerhard Altmeyer.

Fachleute haben das Dach großflächig geöffnet, um an allen Stellen die Dichtigkeit zu überprüfen. Als Schutz vor schlechter Witterung wurde dazu eine Konstruktion über dem eigentlich Dach aufgebaut. Der Kran allerdings, so Altmeyer, sei nur verwendet worden, um Säcke mit Baumaterialien vom Gebäude herunter zu heben, die zu schwer zum Tragen gewesen wären.

Feuerwehrzufahrten blockiert habe das Gefährt nicht, so das Amt. „Das leitende Architekturbüro wurde von uns beauftragt, die Genehmigungen für die Maßnahme einzuholen“, sagt Altmeyer. Alle Genehmigungen wurden erteilt, die Kranstellung ordnungsgemäß abgestimmt, rechtzeitig auf die Arbeiten hingewiesen. „Aus unsere Sicht gibt es keine Belange“, sagt Altmeyer. Seit Freitag ist er auch wieder weg, der Kran.

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