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Ortsbeirat 11 „Wir brauchen mehr Lärmschutz“

Werner Skypalle, Ortsvorsteher für den Bezirk 11, verlangt für den Riederwald Verbesserungen beim Lärmschutz. Mit dem Verkehrsministerium von Minister Tarek Al-Wazir (Grüne) sind viele Bewohner des Bezirks, der Fechenheim, Seckbach und Riederwald umfasst, unzufrieden.

29.12.2014 07:55
Von Luis Reiß
Werner Skrypalle lobt das breite ehrenamtliche Engagement in Fechenheim. Foto: Andreas Arnold

Herr Skrypalle, in diesem Jahr waren Oberbürgermeister Feldmann und der hessische Verkehrsminister Al-Wazir im Riederwald zu Gast. Thema: Der Autobahnbau durch den Stadtteil. Haben die öffentlichkeitswirksamen Termine genutzt?
Da muss man unterscheiden: Herr Feldmann ist eine von mehreren Stimmen aus dem Römer, die sich für mehr Schutz der Anwohner beim Autobahnbau aussprechen. Er hat zugesagt, gemeinsam mit seinen Magistratskollegen weiterhin bei Hessen Mobil darauf zu drängen. Die städtische Bauaufsicht hat hier leider keine Möglichkeit zum Einschreiten. Feldmann versprach außerdem, sich innerhalb der Wohnungsgesellschaft ABG, in deren Aufsichtsrat er sitzt, für die Belange der Mieter im Riederwald einzusetzen. Das ist positiv, muss jetzt aber auch umgesetzt werden. Mehr kann die Stadtpolitik kaum tun. Entscheiden muss das Land Hessen als Bauherr.

Mit dem Verkehrsministerium von Tarek Al-Wazir sind viele Einwohner unzufrieden.
Richtig. Mit Eintritt der Grünen in die Landesregierung waren viele Hoffnungen auf mehr Schutz der Anwohner verbunden. Nach Al-Wazirs Auftritt im Riederwald sind diese allerdings wieder geschwunden. Ein Entgegenkommen gab es nicht. Auch seine Antworten an die Bürgerinitiative waren ungenügend.

Mit anderen Worten: Obwohl mittlerweile feststeht, dass beim Autobahnbau gesetzliche Grenzwerte für Lärm und Schadstoffe überschritten werden, gibt es keinen zusätzlichen Schutz.
Nach der Infoveranstaltung von Hessen Mobil im Juli habe ich mich unter vier Augen mit einem Gutachter unterhalten. Er sagte mir: Auch bei Hessen Mobil sind alle ratlos und suchen nach Lösungen. Jetzt ist höchste Zeit für Antworten.

In Seckbach hat der Streit um die Mauer am südlichen Ende des Atzelbergplatzes das Jahr dominiert. Wie geht es dort weiter?
Das Planungsamt hat uns sechs Varianten für ein nachträgliches Abtragen der Mauer gesendet. Wir als Ortsbeirat wollen bis zum Januar Meinungen der Anwohner sammeln. Dann werden wir der Stadtverordnetenversammlung eine Empfehlung aussprechen. Wichtig ist: Wir müssen dabei auch politisch abwägen. Einige der Varianten sind so teuer oder aufwendig, dass sie die Bauzeit erheblich verlängern würden oder wahrscheinlich nicht bewilligt werden würden.

Seit Jahren ist die Sanierung der Wilhelmshöher Straße versprochen. Jetzt soll es erstmals konkrete Pläne geben.
Als Ortsbeirat haben wir kürzlich gefordert, dass die Pläne so schnell wie möglich den Bürgern vorgestellt werden. Die Verbesserung der Infrastruktur ist die größte Herausforderung für den Frankfurter Osten. Ich hoffe, dass die Stadt den Mut hat, parallel zum Riederwaldtunnel wichtige Investitionen vorzunehmen und zum Beispiel die Sanierung der Wilhelmshöher Straße nicht weiter aufgeschoben wird. Das wird ohne Frage eine große Belastung für den Verkehr. Trotzdem ist die Sanierung dringend notwendig.

Eine Studie über Fechenheim hat festgestellt: Es gibt viel ehrenamtliches Engagement, das schlecht strukturiert ist. Und Migranten werden kaum beteiligt. Auch der Ortsbeirat steht in der Kritik.
Wir als Ortsbeirat können da wenig tun, würden es begrüßen, wenn verstärkt Migranten kandidieren würden. Allerdings hängt die Zusammensetzung von den Wahllisten der Ortsverbände der Parteien ab. Hier stimmt aber: Es fällt allen Parteien schwer, Migranten für öffentliche Ämter zu gewinnen. Generell sehe ich das Ergebnis der Studie deutlich positiver als es wahrgenommen wird: Das große Engagement in Fechenheim ist die Basis für den Erfolg.

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