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Opernplatz in Frankfurt „Rock gegen Rechts“ in Frankfurt

Ein Festival will am 1. September auf dem Opernplatz in Frankfurt ein Zeichen gegen die „Abschottung Europas“ setzen.

Open-Air-Festival "Rock gegen Rechts" in Frankfurt am Main
Am 16. Juni 1979: Das Festival „Rock gegen Rechts“ auf dem Rebstock-Gelände in Frankfurt am Main. Foto: dpa

Mit einem eintägigen großen Konzert wollen viele Musikerinnen und Musiker sowie mehr als 30 Parteien und Organisationen in Frankfurt ein Zeichen „gegen Rechts und für den Frieden“ setzen. „Rock gegen Rechts“ am 1. September auf dem Opernplatz ist der Versuch, an ein großes Ereignis der linken Gegenkultur anzuknüpfen. Am 16. Juni 1979 waren zu „Rock gegen Rechts“ auf dem Frankfurter Rebstockgelände mehrere Zehntausend Menschen zusammengekommen.

Vor 39 Jahren ging es um den Protest gegen ein „Deutschlandtreffen“ der rechtsradikalen NPD in Frankfurt. Heute steht unter anderem die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union im Fokus der Kritik. „Die Abschottung Europas unter Hinnahme von Tausenden Todesopfern im Mittelmeer ist menschenverachtend,“ heißt es in dem gemeinsamen Aufruf für den 1. September, den Antikriegstag.

„Menschenrechte sind nicht verhandelbar“

Die Organisatoren fordern „eine Politik des Friedens, der Abrüstung und der Solidarität“. So könnten Nationalismus, Ausgrenzung, Antisemitismus und alle anderen Formen „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ überwunden werden. Das breite Bündnis will gemeinsam deutlich machen: „Bei uns ist kein Platz für fremdenfeindliches und chauvinistisches Gedankengut: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar.“

Als Schirmherrin tritt die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth (Grüne), auf, die auch auf dem Opernplatz sprechen wird. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ist ebenfalls Schirmherr, in der gleichen Funktion engagiert sich Frankfurts Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Feldmann hat nach Informationen der FR dafür gesorgt, dass sich die Stadt mit 25.000 Euro an der Finanzierung des Festivals beteiligt.

1979 folgte eine spontane Demo 

Zu den aufrufenden Parteien gehören Sozialdemokraten, Grüne und Linke. Dabei sind der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Arbeiterwohlfahrt und die Caritas, aber auch Greenpeace und der Hessische Flüchtlingsrat. Treibende Kraft für das Zustandekommen war der DGB-Vorsitzende für Frankfurt und Rhein-Main, Philipp Jacks. Zu den Musikgruppen, die auftreten wollen, zählen Shantel&Bucovina Club, Revolte Tanzbein und die Sängerin Fee. Vor 39 Jahren auf dem Rebstockgelände spielten Bands wie die Straßenjungs auf, und Udo Lindenberg mit seinem Panikorchester reiste im Auto von Hamburg aus an. Damals stand die Organisation noch auf sehr wackligen Füßen. Man pumpte sich für die Bühne und die technische Ausrüstung einige Tausend Mark zusammen. Zur Finanzierung ließ Bernd Messinger, der wenig später zur Gründungsgeneration der Grünen gehören sollte, einen leeren Mayonnaiseeimer herumgehen. Später waren es dann fünf Eimer, und es kamen immerhin 5000 Mark zusammen.

Dem Konzert folgte 1979 eine nicht angemeldete Demonstration gegen rechts durch die Frankfurter Innenstadt, an der mehr als 40.000 Menschen teilnahmen.

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