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Oper für Kinder Labbo, Lumpi und die Cellisten

Das „Orchester hautnah“ bringt Kindern die Oper näher - mit Erfolg. Die kleinen Besucher verfolgen gespannt das dargebotene.

Florian Fischer (Cello, l.), Philipp Bosbach (Cello, r.), und ein Schwan. Foto: Michael Schick

"Labbo“, der alte Putzlappen, wollte eigentlich längst in Rente sein. Doch dafür läuft es einfach zu gut. Der sprechende Lappen ist der Hauptcharakter von Puppenspieler Thomas Korte, der seit 2003 Kindern an der Frankfurter Oper die große Bühne näherbringt. Am Samstag, im Foyer vor dem 3. Rang der Oper, hatte „Labbo“ seinen bislang letzten Auftritt.

Das Foyer ist an diesem Nachmittag kurz vor 15 Uhr mit eher seltenen Gästen gefüllt: Kinder unterschiedlichen Alters laufen aufgeregt hin und her und betrachten die fünf Musiker: „Vier Cellisten, ein Schlagzeuger, ein Lappen und mehr“, heißt das Programm – Teil der Initiative „Jetzt! Oper für Dich“, die Kindern Einblicke in die Opern- und Orchesterwelt gewährt.

Im Rücken der Musiker hängt ein roter Vorhang, hinter dem Thomas Korte und sein Kollege Michael Kloss die letzten Vorbereitungen an ihren Puppen vornehmen. Als „Labbo“ kurz darauf zum ersten Mal in Erscheinung tritt und sein Publikum begrüßt, richten sich alle Augen gebannt auf die Handpuppe. Heute sei sein letzter Auftritt, bevor er sich zur Ruhe setze, babbelt „Labbo“ in bestem Frankfodderisch drauf los. Einen Nachfolger hat der alte Lappen auch schon parat: „Lumpi“, der junge Putzlappen, der „Labbo“ schon „seit seinen Kindertagen im Eimer“ bewundert, soll sein Erbe antreten.

Sogar Wagner ist dabei

Doch zuvor muss der Junge sich beweisen. Dann geht es auch schon richtig los: Die Cellisten und Schlagzeuger Tobias Kästle spielen „Blah, blah, blah“ von George Gershwin. Es folgt „Path“ der finnischen Cello-Rocker von „Apocalyptica“, später Beethovens „Mondscheinsonate“ oder Wagners „Ritt der Walküren“. Eine  Mixtur aus 13 Stücken soll den Kindern  Opern- und Orchesterwelt schmackhaft machen. Zwischen den Stücken und auch währenddessen begleiten Korte und Kloss die Musik und lassen neben „Labbo“ und „Lumpi“ zahlreiche weitere Puppen auftreten.

„Es geht darum, Kindern Türen für die große Bühne zu öffnen“, sagt Deborah Einspieler, Dramaturgin für das Kinder- und Jugendprogramm an der Frankfurter Oper. Sie will Opern für die jungen Zuhörer „verdichten“ und kindgerecht präsentieren. An diesem Nachmittag scheint das Konzept aufzugehen. Die meisten Kinder verfolgen das Geschehen gebannt. „Mir hat alles gut gefallen“, sagt Gila, die mit ihrer Mutter gekommen ist. Ihr Freund Jan pflichtet ihr bei und ergänzt: „Besonders gut war Apocalyptica.“

Er habe zusammen mit Cellist Philipp Bosbach etwas „rumgesponnen“ und so das Programm langsam entwickelt, sagt Thomas Korte lachend. Insgesamt rund ein Jahr hätten Musiker und Puppenspieler es dann geprobt und weiterentwickelt. „Es macht einen Riesenspaß“, ergänzt Cellistin Sabin Krams.

Das letzte Stück an diesem Nachmittag ist „My way“ von Claude François. „Labbo“ will sich mit einer eigenwilligen Interpretation in die Rente verabschieden. Doch man munkelt, dass der alte Lappen weitermacht. Er kommt bei den Kindern einfach zu gut an.

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