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One Billion Rising Tanzen gegen Sexismus

Rund 200 Frauen fordern mit der Aktion One Billion Rising Respekt und gleiche Rechte. Die Rhythmen von Breik und ihrer Band lassen ein wenig Karneval-in-Rio-Stimmung aufkommen.

Rhythmus im Regen: Aktion gegen Gewalt gegen Frauen. Foto: Rolf Oeser

Schon vor dem offiziellen Beginn um 15 Uhr vor der Katharinenkirche sind die Trommeln von Anne Breik und ihren Mitstreiterinnen zu hören. Es gelingt der kämpferischen Musikerin so um die 200 Frauen aller Altersgruppen und auch einige Männer zusammenzutrommeln, die sich mit den Zielen der Veranstaltung identifizieren: Der weltweite Aktionstag „V-Day“ thematisiert die Gewalt gegen Mädchen und Frauen. Der Name „One Billion Rising“ bezieht sich darauf, dass weltweit eine Milliarde Frauen Opfer männlicher Gewalt werden. „Das bedeutet“, so Frauendezernentin Sarah Sorge (Grüne), „jede dritte Frau wird im Laufe ihres Lebens Opfer von sexueller Gewalt und Frauenhass.“

Es regnet, trotzdem haben alle gute Laune. Die Rhythmen von Breik und ihrer Band lassen ein wenig Karneval-in-Rio-Stimmung aufkommen. Später, nach der Rede von Sorge, werden die Frauen tanzen. Weltweit soll es so sein, dass am V-Day die Choreografie von „Break the Chain“, also „Zerreißt die Ketten“ aufgeführt wird. Viele Frankfurter Frauenverbände haben sich gemeinsam mit dem Frauenreferat an den Vorbereitungen beteiligt.

Sorge bezieht sich in ihrer Rede mehrfach auf die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln. Die dadurch ausgelöste Debatte müsse geführt werden – aber „differenziert, undogmatisch und ohne in Populismus und rassistische Stereotypen zu verfallen“. Sexismus sei nicht das Problem der „Anderen“ und „Fremden“, sondern ein „integraler Bestandteil unserer Gesellschaft“. Allerdings müsse man sich „sehr wohl“ damit beschäftigen, dass das Frauenbild in vielen Herkunftsländer, aus denen derzeit Flüchtlinge kommen, „ein anderes ist als bei uns“. Frauen sollten gemeinsam und klar benennen, was ihnen Respekt und Gleichberechtigung bedeuten. „Wir habe die gleichen Rechte in Deutschland – ob verschleiert oder im Minirock.“

Dann beginnt der Tanz. Katharina Kreibich vom Mädchenhaus erklärt von einem kleinen Podest aus die Schrittfolge. Die Trommeln von Breik geben das Tempo vor. „Tanzt, bis die Sonne scheint“, ruft die Moderatorin Linda Kagerbauer den Frauen zu.

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