Lade Inhalte...

OB-Wahl Zwei Sozis scharren mit den Füßen

Peter Feldmann und Michael Paris eröffnen den Wahlkampf um die Frankfurter OB-Kandidatur. Prominente Unterstützung gibt es keine - zu schlecht ist der Ruf der Frankfurter SPD.

Schon im Ring: Michael Paris... Foto: dapd/Oeser

Er hat es nicht leicht. Im gesichtslosen, für die Bürger wenig einladenden Parteihaus in Frankfurt, einem Betonbau der 50er Jahre, versucht Andreas Heusinger von Waldegge, die SPD in der Stadt zu stabilisieren. Noch immer wirkt es nach, das schlechteste Kommunalwahlergebnis der Nachkriegsgeschichte: 21,3 Prozent am 27. März 2011. Der Unterbezirksgeschäftsführer hatte sich deshalb einen schönen Zeitplan ausgedacht, wie die SPD der nächsten Herausforderung begegnet: Der Kür eines Kandidaten oder einer Kandidatin für die Oberbürgermeister-Wahl 2013.

Bis zum 30. November sollten sich Bewerber im Parteihaus melden können, in sechs Regionalkonferenzen Anfang 2012 wollte man dann die Konkurrenten der Basis präsentieren, am 20. Februar sollte die Wahl des OB-Kandidaten durch die 3800 Frankfurter SPD-Mitglieder beginnen.

„Gefühlte 40 Mitglieder"

Tatsächlich eröffnen Michael Paris, der frühere Landtagsabgeordnete, und Peter Feldmann, der Sozialpolitiker, jetzt den Wahlkampf. Feldmann hat sich gerade von einer Versammlung der Frankfurter SPD-Linken mit großem Aplomb zum OB-Kandidaten bestimmen lassen. „Gefühlte 40“ Mitglieder, sagt er, seien dabei gewesen. Die Juso-Sprecher Maya Hatsukano und Christian Heimpel loben die „engagierte und sehr konkrete Vorstellungsrede“, in der Feldmann „für einen sozialdemokratischen Aufbruch in der Mainmetropole geworben“ habe.

Michael Paris kontert mit einer Pressekonferenz am 10. Oktober im SPD-Parteihaus. „Da stelle ich mein Programm und meine Unterstützer vor“. Feldmann, glaubt sein Konkurrent, sei wohl „in Zugzwang“ geraten und „nervös“ geworden. Paris ist übrigens vom „Freundeskreis“ auf den Schild gehoben worden, so heißt die Organisation des rechten SPD-Flügels. Freilich hatte Paris darauf verzichtet, das öffentlich auszuschellen …

Paris verrät nichts

Es wird also ein langer Wahlkampf bis Februar. Dass Feldmann sich schon jetzt hat verkünden lassen, nennt Geschäftsführer Heusinger von Waldegge „wenig hilfreich“. Lange vor dem Ende der Bewerbungsfrist am 30. November ist zugleich endgültig klar: Hilfe von außen wird die Frankfurter SPD in ihrer schwierigen Lage nicht bekommen. Mit zwei Dutzend potenziellen OB-Bewerbern bundesweit wurden Gespräche geführt, auch der Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel war involviert. Es half alles nichts.

Niemand wollte nach Frankfurt. Zu schlecht sind Ruf und Lage der Sozialdemokratie in der Stadt. Ach ja: Was ist mit Inhalten? Feldmann tritt mit seinen Klassikern an: Kampf gegen Kinderarmut, bezahlbarer Wohnraum, mehr Bürgerbeteiligung. Und Paris? Will vor seiner Pressekonferenz gar nichts verraten.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen