Lade Inhalte...

OB-Wahl in Frankfurt Die Strategien der OB-Kandidaten gegen Armut

Das teure Pflaster Frankfurt benachteiligt vor allem Kinder und Rentner – die Politik muss gegensteuern. So wollen die Kandidaten für eine lebenswerte Stadt für alle sorgen.

Frankfurter Tafel
Ausgabestelle der Frankfurter Tafel: Die Zahl der bedürftigen Menschen in Frankfurt ist gestiegen. Foto: Michael Schick

Um die Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen direkt zu verbessern, setzen sich seit 2008 im Jugendhilfeausschuss dezernats- und ämterübergreifend Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung und sozialen Trägern zusammen. So konnten etwa die frühen Hilfen ausgebaut werden, die Familien im ersten Lebensjahr mit einer Familienhebamme unterstützen. Außerdem garantiert die Stadt viele Vergünstigungen im Freizeitbereich, etwa über den Frankfurt-Pass.

Frankfurt Pass soll unterstützen

Diesen können alle Frankfurterinnen und Frankfurter beantragen, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts beziehen. Auch wer weniger als 912 Euro netto verdient, ist berechtigt – pro weiterer Person im Haushalt erhöht sich die Einkommensgrenze um 269 Euro.

Laut Sozialdezernat sind aktuell 68.000 Menschen im Besitz eines Frankfurt-Passes, darunter 20.000 Minderjährige. Sie erhalten günstigere RMV-Tickets und ermäßigten Eintritt in zahlreichen Kultur- und Freizeiteinrichtungen. In Hallen- und Freibädern, im Zoo und im Palmengarten etwa, zahlen Kinder mit Frankfurt-Pass nur 50 Cent (Erwachsene 1 Euro), in Erlebnisbädern, der Eissporthalle, dem Senckenbergmuseum, kommunalen Kinos, städtischen Theatern oder Volkshochschulkursen den halben Preis. Städtische Museen können alle Kinder seit diesem Jahr kostenfrei besuchen.

Anhebung der Einkommensgrenze?

Viele Kandidaten, etwa Peter Feldmann, Janine Wissler oder Nargess Eskandari-Grünberg, fordern künftig eine Anhebung der Einkommensgrenze des Frankfurt-Passes, um die Vergünstigungen noch mehr Menschen zugänglich zu machen – die wenigsten nennen aber konkrete Zahlen bei der Anhebung.

Laut Sozialmonitoring der Stadt schlägt sich soziale Benachteiligung auch im Stadtbild nieder. Die Stadt misst den Grad sozialer Benachteiligung anhand der Arbeitslosendichte, dem Anteil der Personen, die existenzsichernde Leistungen beziehen, und der Wohnfläche pro Einwohner – die oft miteinander in Beziehung stehen. Diesen Faktoren zufolge besonders benachteiligt sind Stadtbezirke entlang der Ost-West-Achse, etwa Teile des Gallus, Fechenheim, Griesheim, Nied, Höchst, Zeilsheim und Sossenheim. Sieben von zehn der am stärksten benachteiligten Stadtbezirke gehörten schon 2009 dazu: Dass sie in dieser Position verharrten, ist laut Monitoring auf ihre bauliche Struktur zurückzuführen, die sich nur langsam ändern lässt und tendenziell Menschen mit ähnlicher Einkommenslage anzieht. 

 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen