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Probewahl Praktische Übungen in der Wahlkabine

Bei einer Probewahl können Menschen mit Behinderung den Urnengang schon einmal vorab ausprobieren.

Wahlhelferin erklärt Wahlzettel
Bevor das Kreuz gesetzt wird, liest die Wahlhelferin noch einmal die Namen aller Kandidaten vor. Foto: Christoph Boeckheler

Kopf an Kopf stehen die Menschen im Wahllokal an, um ihre Stimme in einer der beiden Kabinen abgeben zu können. Die Wahlbenachrichtigung für die Frankfurter Oberbürgermeisterwahl am 25. Februar halten sie fest in ihreren Händen. „Mal gucken, ob das hier reingeht“, sagt ein Mann – dann verschwindet der Stimmzettel auch schon in der Urne.

Was auf den ersten Blick aussieht wie eine richtige Wahl, ist ein simulierter Probewahlgang für Menschen mit einer Lern- oder einer geistigen Behinderung. Für sie kann das Wählen bisweilen eine Herausforderung darstellen. Deswegen haben die Lebenshilfe, die Caritas und die Praunheimer Werkstätten gemeinsam eine Info-Veranstaltung zur OB-Wahl organisiert. Ob die Teilnehmer wahlberechtigt sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Alle sollen die Wahlabläufe einmal erleben können.

Ungefähr 40 Menschen haben sich am Dienstag in den Hoffmans Höfen eingefunden. Eine ähnliche Veranstaltung habe es bereits vor der Bundestagswahl im September vorigen Jahres gegeben, erklärt Eva Rieß von den Praunheimer Werkstätten. „Viele Teilnehmer sind politisch interessiert und schauen regelmäßig Nachrichten“, führt Rieß aus. Manche hätten zudem bereits über die Briefwahl von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Das Seminar besteht aus zwei Teilen. Am Vormittag sammeln die Teilnehmer Themen, die ihnen wichtig sind. Darunter sind Barrierefreiheit, bezahlbarer Wohnraum, der Öffentliche Nahverkehr und Sicherheit. Themen also, die für viele Frankfurter von großer Bedeutung sind.

Darüber hinaus stellen die Veranstalter alle zwölf OB-Kandidaten mit einer Power-Point-Präsentation vor, damit sich die Teilnehmer ein Bild davon machen können, wer später alles auf dem Stimmzettel steht. Oft geht es auch um ganz grundlegende Fragen: Wo liegt mein Wahllokal, und wie komme ich dahin? Bei der Info-Veranstaltung lassen sich dazu leicht Hilfestellungen geben. Nach einer Stärkung beim Mittagessen geht es schließlich mit dem praktischen Teil, der simulierten Probewahl, weiter. Wie im echten Leben bekommen die Menschen eine Wahlbenachrichtigung mit ihrem Namen ausgeteilt, die sie im Wahllokal vorzeigen müssen.

Wahlhelfer stehen bereit

Die Wahlhelfer haken die Namen in ihrer Liste ab und händigen daraufhin den Stimmzettel aus. Und sie stehen bereit, sollte jemand Hilfe beim Wahlgang benötigen. So liest eine Wahlhelferin ganz langsam die Namen aller Kandidaten auf dem Zettel vor – ohne dabei auf das Papier in der Wahlkabine zu schauen. „Wenn ein externer Begleiter mit in die Kabine kommen soll, muss dies vorher beim Wahlamt angemeldet werden“, erklärt Michael Wolf von der Caritas. In der Regel könnten aber auch die Wahlhelfer vor Ort zur Hand gehen.

Sobald alle Teilnehmer ihre Stimme abgegeben haben, sollen die Stimmzettel gemeinsam mit der Gruppe ausgezählt und das Ergebnis ausgewertet werden. Andreas Schadt von den Praunheimer Werkstätten sagt dazu: „Der spielerische Anteil ist für die Menschen ein großer Spaß.“ Für die Probewahl rechnet er deshalb mit einem geradezu vorbildhaftem Ergebnis. „Ich gehe von 102 Prozent aus“, scherzt er.

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