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OB-Wahl Peter Feldmanns Rezept

Der negative SPD-Bundestrend kann Frankfurts OB Peter Feldmann nichts anhaben. Was macht seinen Erfolg aus?

OB-Wahl in
Der klare Wahlsieger: Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD). Foto: Rolf Oeser

Die Anspannung löst sich nur langsam bei Peter Feldmann. Anfangs scheint der OB sich nicht aus seinem Büro heraus unter die Menge der Medienvertreter zu trauen, die in den Römerhallen wartet. Obwohl doch die Zahlen, die auf den Bildschirmen erscheinen, früh seinen Sieg signalisieren.

Für den 59-Jährigen ist es der zweite große Erfolg in seiner 30-jährigen politischen Karriere in Frankfurt. Er hat für die jetzt greifbar nahe Wiederwahl vor allem im zurückliegenden halben Jahr bis zur Erschöpfung gekämpft, hat unzählige 14-Stunden-Tage mit vielen Terminen absolviert.

Der Sozialpolitiker hat in den sechs Jahren seiner ersten Amtszeit persönlich an Statur gewonnen, hat sich eine gewisse Distanziertheit, ja Arroganz, die ihn früher manchmal auszeichnete, erfolgreich abtrainiert.

Wer ihn begleitet bei seinen Begegnungen mit den Menschen in der Stadt, der erlebt, dass Feldmann tatsächlich populär geworden ist. Er hat noch nicht die Zustimmung erreicht, die seine Vorgängerin Petra Roth (CDU) über Jahre genoss. Aber die Leute registrieren, dass da einer ist, der ihnen zuhört. Und sind dankbar.

Es hat Feldmann schon immer charakterisiert, dass er mit Zähigkeit auf ein Ziel hinarbeitet. Als er mir 2010 bei einem Treffen in einem Bockenheimer Traditions-Café zum ersten Mal von seinem Plan erzählte, Frankfurter Oberbürgermeister zu werden, erschien das so unerreichbar wie der Mond. In Frankfurt schien die Position der OB Petra Roth scheinbar unangreifbar.

Feldmann aber profitierte auch davon, dass seine Gegner ihn unterschätzten. Das galt zum Beispiel für Michael Paris, der glaubte, der gesetzte OB-Kandidat der SPD zu sein – und 2011 knapp gegen Feldmann verlor.

Der Sieg Feldmanns 2012 war sicher dadurch begünstigt, dass sein Gegner Boris Rhein (CDU) der falsche Kandidat war. Auch jetzt profitiert er wieder von der Schwäche seiner Gegnerinnen Weyland und Eskandari-Grünberg – aber Feldmann eigener Anteil am Erfolg ist größer.

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