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OB-Wahl in Frankfurt Eskandari-Grünberg vertwittert sich

Nargess Eskandari-Grünberg, OB-Kandidatin der Grünen, wirbt mit ihrem Migrationshintergund. Aber kann „Migration“ ein Argument in einer politischen Abstimmung sein? Ein Kommentar.

OB-Wahl in Frankfurt
Nargess Eskandari-Grünberg, OB-Kandidatin der Grünen. Foto: Andreas Arnold

Vor wenigen Tagen sagte ein Berliner Freund, der in Frankfurt zu Besuch war: „Mir wird wieder klar, wie international diese Stadt ist.“ Im Verhältnis zur Zahl der Einwohner kann sicher kaum eine andere Kommune Deutschlands mit Frankfurts Vielfalt mithalten. Und um es mit den Worten eines anderen bekannten Berliners zu sagen: „Und das ist gut so.“

Die Normalität dieser Stadt, die anderenorts nicht selbstverständlich ist, macht sie im besten Sinne so lebenswert. Vor diesem Hintergrund wirkt der Tweet von Nargess Eskandari-Grünberg befremdlich. „In keiner deutschen Großstadt ist das Stadtoberhaupt eine Migrantin. Höchste Zeit, dies zu ändern!“ Natürlich ist klar, dass die OB-Kandidatin der Grünen hier nicht spalten will zwischen zugewanderten und hier geborenen Bürgerinnen und Bürgern. Aber kann „Migration“ ein Argument in einer politischen Abstimmung sein?

Muss die Weltoffenheit der Einwohner hier mit diesem Argument betont werden? Geht es nicht um die Belange aller? Und zwar auch jener Bürgerinnen und Bürger, die gar nicht wählen dürfen? Immerhin leben in dieser Stadt auch viele Nicht-EU-Ausländer, die von der Wahl ausgeschlossen sind.

Dabei hat Eskandari-Grünberg doch auch gute Ideen, wie das 365-Euro-Ticket. Es würde – nebenbei bemerkt – sozial Schwachen, die unter Migranten überrepräsentiert sind, besonders helfen. Und gerade deshalb sollte die Abgrenzung im politischen Wettbewerb nicht mit Themen geführt werden, die von der falschen Seite gern zur Spaltung genutzt werden.

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