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OB-Wahl Kandidaten kämpfen um die letzten Stimmen

Die OB-Bewerber wollen kurz vor der Wahl am Sonntag auf unterschiedliche Art punkten. Bei der Briefwahl kündigt sich ein Rekord an.

OB-Wahl Frankfurt - Wahlplakate
Weyland oder Feldmann? Die Kandidaten kämpfen bis zum Schluss. Foto: Arne Dedert (dpa)

Alle reden vom Wetter – auch die Manager der Parteien, die heute die letzten Stunden des OB-Wahlkampfs beginnen. In einem sind sich Michael Stöter, CDU-Kreisgeschäftsführer, und Sebastian Maier, SPD-Unterbezirksgeschäftsführer, absolut einig. „Sonnenschein und blauer Himmel sind für die Mobilisierung gut“ (Stöter), „Gutes Wetter ist immer gut für die Wahlbeteiligung“ (Maier). Um die Menschen am Sonntag in die Wahllokale zu bringen, tun die Organisatoren heute alles.

Der Oberbürgermeister stürzt sich von 22 Uhr an im Bahnhofsviertel in eine Tour durch die Bars und Kneipen. Später will er auch nach Bornheim kommen. An Peter Feldmanns Seite zieht der Musiker und Produzent Moses Pelham durch die Nacht. Die beiden doch recht unterschiedlichen Buddys hatten unlängst bereits gemeinsam das Jugendhaus Heideplatz besucht und sich dort mit Jugendlichen ausgetauscht.

Es besteht durchaus das Risiko, dass der SPD-Tross irgendwann in der Nacht auf eine Menschentraube stößt, in deren Zentrum Nargess Eskandari-Grünberg steckt. Denn auch die OB-Kandidatin der Grünen sucht ihr Heil von 19.30 Uhr an in einer Kneipentour, vorzugsweise durch Bornheim.

CDU-Kandidatin Bernadette Weyland greift den Oberbürgermeister am Freitag scharf an. Sechs Jahre rückwärtsgewandte Politik seien genug, sagt sie. Peter Feldmann stehe für eine Agenda, die sich gegen die bürgerliche Mitte richte, von Opportunismus geprägt sei. Für diesen Kurs habe die SPD auf Bundesebene bereits „eine deutliche Abfuhr“ erhalten. Weyland stellt sich in die Tradition der früheren OB Walter Wallmann und Petra Roth. Beide verkörperten „eine freie und selbstbewusste Stadt, die Offenheit und Toleranz in Vielfalt lebt.“

Janine Wissler, die OB-Bewerberin der Linken, besucht heute noch einmal viele Infostände in der Stadt, etwa um 12 Uhr an der Galluswarte und um 13 Uhr am Merianplatz, um dort mit den Bürgern zu diskutieren. Ab 18 Uhr bauen die Linken dann wie stets zum Wahlkampffinale ihren Nacht-Infostand an der Konstablerwache auf, wo Wissler auch anzutreffen ist.

Und Volker Stein, der unabhängige Rechtspopulist, deckt natürlich zum Schluss noch einmal einen Skandal auf. CDU-Sicherheitsdezernent Markus Frank habe „heimlich beschlossen“, die Diensthundestaffel der Stadtpolizei abzuschaffen. Und Bernadette Weyland verschweige das den Wählerinnen und Wählern. Prompt verspricht Stein: Er als Oberbürgermeister wird neue Diensthunde anschaffen.

Für die Kampagne zur OB-Wahl gaben die großen Parteien viel Geld aus. CDU-Geschäftsführer Stöter spricht von 300 000 Euro, SPD-Manager Maier nennt die gleiche Summe, wobei die Hälfte von privaten Spendern aufgebracht worden sei. Bastian Bergerhoff, Sprecher des Grünen-Vorstands, beziffert den Etat auf 60 000 Euro. Steffen Merte, der Geschäftsführer der Linken, konnte lediglich mit 14 000 Euro wirtschaften.

Einen Rekord hat diese OB-Wahl schon jetzt aufgestellt. Noch nie gab es so viele Briefwähler. Als am Freitagmittag die Briefwahllokale schlossen, hatten nicht weniger als 52 586 Menschen Wahlunterlagen beantragt, das entsprach einem Anteil von 10,4 Prozent. Vor sechs Jahren, bei der OB-Wahl 2012, waren es lediglich 35 311 gewesen, sagt Hans-Joachim Grochocki, der Dienstälteste der Wahlamtsleiter in Deutschland. Das entsprach einem Anteil von 7,6 Prozent. Dass die Wahlbeteiligung am Sonntag zunehmen wird, lässt sich daraus nicht ableiten. Die Zahlen zeigen nur, dass sich die Leute immer weniger auf einen Termin festlegen lassen wollen.

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