Lade Inhalte...

OB-Wahl in Frankfurt Warum war die Wahlbeteiligung so niedrig?

Politikwissenschaftler David Gehne über Gründe für die niedrige Beteiligung an der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl und warum er sich trotz des Rekordtiefs keine Sorgen macht.

GERMANY-VOTE
Arme und junge Menschen gehen seltener wählen als andere. Foto: afp

Könnte man gerade für diese Generationen Wahlen interessanter machen, wenn man sie online oder per SMS ermöglicht? 
Es spricht überhaupt nichts dagegen, auch mal solche Experimente zu wagen. Da müsste man dann aber evaluieren, ob die daran geknüpfte Hoffnung der Steigerung der Wahlbeteiligung sich auch erfüllt. Ich bin da aber relativ skeptisch. Der normale Wahlakt ist ja nicht so aufwendig. 

Die Rahmenbedingungen zum Wählen in Deutschland sind nicht das Problem? 
Wo soll das Problem sein? Wahllokale sind nicht sehr weit weg, die Wahlbenachrichtigungen werden automatisch verschickt, man muss sich nicht erst wie in den USA registrieren lassen. Wenn man Briefwahl beantragt, muss man nicht mal sonntags zur Wahl gehen. Man macht es uns hier nicht besonders schwer, finde ich. 

Wäre es eine Lösung, diese Freiwilligkeit durch eine Wahlpflicht zu ersetzen?
Ich halte das für einen spannenden Gedanken. Wir haben einen massiven Verlust politischer Gleichheit, eine soziale Schieflage in der Wahlbeteiligung. Wenn man der Meinung ist, dass es eine gleichmäßigere Beteiligung geben sollte, gibt es eigentlich kein anderes Modell als die Wahlpflicht. Dann muss man nur am Ende auch damit leben, was die Wählerinnen und Wähler wählen, wenn sie eigentlich keine Lust haben. Es wäre aber eine sehr radikale Maßnahme, die eigentlich nicht zu unserem politischen System passt.

Interview: Carolin Diel

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen