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OB-Wahl in Frankfurt Wadenbeißer

Der OB-Wahlkampf in Frankfurt tobt auf Facebook. Alle Kandidaten haben dort Leute, auf die sie sich verlassen können. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

OB-Wahl
Der Frankfurter OB-Wahlkampf tobt auch auf Facebook. (Symbolbild) Foto: Arne Dedert (dpa)

Ja, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, so ein OB-Wahlkampf spielt sich heutzutage auch in den sozialen Medien ab. Und da ist es natürlich unsere Pflicht, zu beobachten, was sich bei Facebook tut. Zum einen schreiben dort fast alle OB-Kandidaten, wie toll sie sind und was ihnen in Frankfurt besonders wichtig ist, und Volker Stein schreibt, wie toll er ist und wen er alles abschieben will. Zum anderen aber steckt hinter jedem Kandidaten ein Unterstützer, der auf Facebook die Konkurrenz hart angeht.

Der Wadenbeißer der Grünen heißt Ralf Jack-Hoang, Vorsitzender der Stadtteilgruppe Bockenheim und Westend. Auf Facebook hat er sich auf CDU-Kandidatin Bernadette Weyland eingeschossen. Seit Tagen spottet Jack-Hoang über einen FR-Bericht, der bei einem Rundgang mit Weyland durchs Bahnhofsviertel entstand. Dort verteilte sie Geld an arme Leute, verbunden mit der Aufforderung, es nicht für Drogen auszugeben. „Mutter Theresa“, sagt dazu der Grüne und erfindet kurzerhand einen neuen Hashtag. Nicht #OBernadette, mit dem die Kandidatin wirbt, sondern #OMGBernadette. OMG heißt dabei so viel wie „Oh mein Gott“.

Die SPD lässt Thomas Bäppler-Wolf in die virtuelle Arena los. Der Stadtverordnete macht sich zwar auch über Weyland lustig und postete ein Foto ihres orangenen Wahlkampffahrzeugs. Zumindest die Hinterräder stehen im Halteverbot. Vor allem aber ist Bäppler-Wolf seit geraumer Zeit im Verteidigungsmodus. Wenn jemand OB Peter Feldmann (SPD) angeht, springt er für ihn in die Bresche. Als etwa die Grünen monierten, der Oberbürgermeister schmücke sich in seiner Wahlkampfbroschüre mit fremden Federn, textete Bäppi La Belle (wie Bäppler-Wolf mit bürgerlichem Namen heißt): „Ich habe mich immer gefragt, was aus den Kindern geworden ist, mit denen keiner spielen wollte – die sind bei den Grünen im Römer.“ Das ist ganz lustig. Fast so lustig wie der noch zu schreibende „Römerbrief“ zum Thema: „Ich, Bäppi, der Held des Schulhofs, die Mitschüler lagen mir zu Füßen, die Lehrer hatten Angst vor mir, und bei der Schwammschlacht im Klassenzimmer habe ich den Direktor abgeworfen.“

Und schließlich die CDU. Für sie agiert Fraktionschef Michael zu Löwenstein bei Facebook, und natürlich gilt für ihn: Immer feste drauf auf Feldmann. Kürzlich lobte er aber die „Römerbriefe“, was wir nett fanden. Nur seine Idee, in dieser Rubrik einen total ernstgemeinten FR-Kommentar zu veröffentlichen, fanden wir merkwürdig. Löwenstein meinte, es sei egal, ob die Stabsstelle Fluglärm bisher eine Veranstaltung organisiert habe (wie Weyland behauptet) oder sechs (wie die FR im Kommentar geschrieben hat). Wir haben das dann auch beantwortet und von einer uns bekannten Schülerin geschrieben, die bei einer Rechenaufgabe auf 2 als Lösung kam. Richtig wäre 1 gewesen. Egal, sagte die Schülerin, 1 oder 2, das seien doch beides niedrige Zahlen.

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