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OB-Wahl in Frankfurt SPD hofft auf Siegeszug

Die Sozialdemokraten hoffen nach der OB-Wahl in Frankfurt auf eine Erneuerung und Konsolidierung der Partei durch den Wahlsieg Peter Feldmanns.

Stichwahl in Frankfurt
Freude bei Thorsten Schäfer-Gümbel und Nancy Faeser (links, beide SPD) - hier im Gespräch mit Boris Rhein (CDU, re.). Foto: Renate Hoyer

Einige Sozialdemokraten können ihr Glück nicht fassen. „Ich bin mehr als 30 Jahre in der SPD, aber solche Zahlen für uns habe ich noch nicht gesehen“, sagt der ehrenamtliche Stadtrat Eugenio Munoz del Rio glücklich: „Peter hatte die richtigen Themen.“

SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel ist zur Unterstützung des Wahlsiegers erst ins SPD-Parteihaus an der Fischerfeldstraße gekommen und steigt dann an Feldmanns Seite die große Römer-Freitreppe hinauf, während Beifall aufbrandet. „Die Kommunen“, so analysiert er, bildeten „einen wichtigen Teil der Erneuerung der SPD“. So sei es auch „eine richtig kluge Entscheidung“ gewesen, die Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, Franziska Giffey, als Ministerin ins Bundeskabinett zu holen.

Auch der frühere langjährige Frankfurter SPD-Chef Sieghard Pawlik ist überzeugt davon, dass die SPD „Glaubwürdigkeit von unten aufbauen“ muss. Der Sieg Feldmanns festige die Vormachtstellung der SPD in den größten deutschen Kommunen. Acht der zehn größten Städte würden von sozialdemokratischen Oberbürgermeistern regiert.

„Die OB der SPD drücken das Lebensgefühl der Großstädter am besten aus“, sagt der Frankfurter Landtagsabgeordnete Turgut Yüksel. Die Ausgangsposition der SPD für die Landtagswahl Ende Oktober sei gut. Yüksel zitiert im Überschwang der Gefühle den sozialdemokratischen Übervater Willy Brandt. „Wir erobern die Republik durch die Rathäuser“, habe der damalige Bundeskanzler Anfang der 70er Jahre gesagt. Feldmann sei es gelungen, „Menschen aus den klassischen Arbeitnehmerschichten Frankfurts zu mobilisieren“, konstatierte der ehemalige DGB-Chef für Frankfurt und Rhein-Main, Harald Fiedler.

Bis zuletzt Flugblätter verteilt

Die Sozialdemokraten hatten bis zuletzt Flugblätter vor Werkstoren verteilt und für die Wahl Feldmanns geworben. Schwerpunkte der Einsätze waren auch die Siedlungen des sozialen Wohnungsbaus. Hier gab es Tausende von Hausbesuchen. Der Stadtverordnete Pawlik, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, hat nach eigenen Angaben im Laufe der Wochen an etwa 2000 Haustüren geklopft.

Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Mike Josef fasst am Abend des Wahlsieges schon den Jahresparteitag der Frankfurter SPD am 13. und 14. April ins Auge. Der wiedergewählte Oberbürgermeister wird vor den 350 Delegierten einen Ausblick geben auf seine Pläne der nächsten sechs Jahre.

Tatsächlich bedeutet diese Wiederwahl auch eine erhebliche Rückendeckung für die SPD als gestaltende Regierungspartei im Römer. Der erste Wahlsieg Peter Feldmanns 2012 war ein Signal dafür, dass für die SPD der langsame Wiederaufstieg aus einem langen Tal der Tränen begonnen hatte. Der zweite Sieg bringt jetzt Konsolidierung für die Frankfurter Partei. CDU und Grüne, die Partner in der Römer-Koalition, können noch weniger an Feldmann vorbei.

Es ist den Frankfurter Sozialdemokraten gelungen, ihre notorische Zerstrittenheit aus früherer Zeit zu überwinden. Die beiden Parteiflügel, die Rechten und die Linken, spielen heute eine geringere Rolle als früher. Die SPD in der Stadt hat auch die Querelen um den Eintritt in die große Koalition auf Bundesebene recht gut überstanden. Im Gegenteil: Durch zahlreiche Eintritte liegt die Zahl der Mitglieder in Frankfurt wieder deutlich über der Marke von 4000.

Viele Mitglieder im linken Unterbezirk hatten bei der internen Mitgliederbefragung gegen die große Koalition gestimmt. Doch unheilbare Wunden hat diese Auseinandersetzung offenbar nicht hinterlassen. Das zeigt sich, als insbesondere die Jungsozialisten am Sonntagabend den Wahlsieger übermütig hochleben lassen.

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