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OB-Wahl in Frankfurt „Ich war ein Flüchtlingsmädchen“

Nargess Eskandari-Grünberg, OB-Kandidatin der Grünen, setzt im Frankfurter OB-Wahlkampf auch auf ihre Migrationsgeschichte.

OB-Wahl in Frankfurt
Eskandari-Grünberg will Oberbürgermeisterin werden. Foto: Michael Schick

Schon zu Beginn ihrer Wahlkampagne hatte Nargess Eskandari-Grünberg es gesagt: Sie wäre gern die erste Migrantin, die Oberbürgermeisterin von Frankfurt wird.

Die Grünen-Politikerin und gebürtige Iranerin lud sogar extra Journalisten zu einem Treffen am Hauptbahnhof ein, weil sie nach der Flucht aus ihrer Heimat dort 1985, mit 20 Jahren, das erste Mal Frankfurter Boden betreten hatte. Wenn Sadiq Kahn, ein Muslim britisch-pakistanischer Abstammung, Bürgermeister von London werden könne, sagte Eskandari-Grünberg, dann könne sie auch als Stadtoberhaupt von Frankfurt gewählt werden.

Ihre Herkunft hat Eskandari-Grünberg im Wahlkampf zuletzt eher weniger thematisiert. Es ging um ihre Forderung nach einem Jahresticket für Bus und Bahn für einen Euro am Tag, um zu hohe Mieten und Frankfurts Zusammenarbeit mit der Region. Doch am Mittwochabend war das Thema plötzlich wieder da: „In keiner deutschen Großstadt ist das Stadtoberhaupt eine Migrantin“, schrieb Eskandari-Grünberg auf Twitter. „Höchste Zeit, dies zu ändern!“

Sie glaube keinesfalls, dass ihre Migrationsgeschichte sie besonders für das Amt einer Oberbürgermeisterin qualifiziere, sagte Eskandari-Grünberg der Frankfurter Rundschau auf Nachfrage zu ihrem Tweet. Aber eine Migrantin als Stadtoberhaupt, das würde Frankfurt gut stehen: „Frankfurt war immer mutig, wenn es darum ging, etwas anders zu machen.“ Sie sei außerdem für manche Themen sensibler als andere Politiker, so Eskandari-Grünberg: „Es gibt kein Problem, das ich nicht nachvollziehen kann. Ich war ein Flüchtlingsmädchen, ich war alleinerziehende Mutter, ich weiß, wie es ist, seine Heimat zu verlieren und mit wenig Geld zu leben.“

Vor allem sei sie als Migrantin, promovierte Psychologin und Lokalpolitikerin für viele Flüchtlinge und Migranten in Frankfurt ein Vorbild, so Eskandari-Grünberg. Ihre Biografie zeige nämlich, „man kann etwas aufbauen, hier ankommen, man kann kämpfen“. Als Stadtoberhaupt könnte sie auf Menschen mit ähnlich schwierigen Lebenswegen ganz anders zugehen. „Es gibt mit Sicherheit ganz viele Menschen, die sich von mir verstanden fühlen.“

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