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OB-Wahl in Frankfurt Eskandari-Grünberg macht Wahlkampf mit Fahrkarten

Nargess Eskandari-Grünberg, Kandidatin der Grünen zur Frankfurter OB-Wahl, rückt das 365-Euro-Ticket in den Mittelpunkt ihrer Kampagne.

Nargress Eskandari-Grünberg
Die OB-Kandidatin der Grünen, Nargress Eskandari-Grünberg, möchte das RMV-Ticket in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfs stellen. Foto: Peter Jülich

Auf dem Tisch liegen Fahrscheine. Zumindest sehen die Zettel aus wie Tickets für Busse und Bahnen. „Tageskarte Erwachsene“, steht darauf. Nur der Zusatz „Frankfurt kann anders“ wirkt etwas befremdlich. Und natürlich der Preis. Ein Euro soll das Ticket kosten. Davon sind die aktuellen RMV-Tarife weit entfernt.

Mit den Fahrkarten macht Nargess Eskandari-Grünberg Wahlkampf. Am 25. Februar will sich die Kandidatin der Grünen zur Oberbürgermeisterin wählen lassen – genauer gesagt will sie zunächst einmal die Stichwahl erreichen, um dann am 11. März gegen Peter Feldmann (SPD) oder Bernadette Weyland (CDU) zu gewinnen. Ihr wichtigstes Wahlversprechen wiederholt sie beim Auftakt in die heißen Wahlkampfphase am Mittwoch wieder und wieder: „Ich werde alles tun, um eine RMV-Jahreskarte für 365 Euro einzuführen.“

Neu ist dieser Vorstoß nicht. Schon als die 52-Jährige vor einem knappen Jahr ihre Kandidatur bekannt gab, entwarf sie ihre Vision von der Fahrkarte für einen Euro pro Tag. Doch mittlerweile, so glaubt Eskandari-Grünberg, nähmen ihre Mitbewerber das Thema ernst.

Finanzierung ist noch unklar

Konkrete Ideen, wie sich die stark verbilligte Jahreskarte finanzieren ließe, hat die Grünen-Kandidatin zwar immer noch nicht. Weiterhin spricht sie von „Visionen“, die eine Oberbürgermeisterin haben müsse, und von der Verkehrswende, die jetzt eben kommen müsse, koste es, was es wolle, und im Übrigen zeige das Beispiel Wien, wo das Ein-Euro-Ticket bereits eingeführt wurde, dass sich billige Jahreskarten viel besser verkauften als teure. Zur Pressekonferenz am Mittwoch aber hat Nargess Eskandari-Grünberg Verstärkung mitgebracht, darunter auch Gesundheitsdezernent Stefan Majer, der bis Sommer 2016 Stadtrat für Verkehr war. Und Majer hält ein Ein-Euro-Ticket zumindest nicht für völlig unrealistisch. „Am Anfang muss das Ziel, muss die Idee stehen“, sagt er. Danach könne man mit den Verkehrsbetrieben verhandeln. Beim 365-Euro-Ticket für Schüler hätten die Grünen auch Erfolg gehabt.

Ansonsten ist am Mittwoch viel Kritik an Feldmann zu hören. Weniger von Eskandari-Grünberg selbst. Die Abteilung Attacke bilden andere. Manuel Stock zum Beispiel, der Fraktionschef der Grünen im Römer. Kunst und Kultur spielten bei Feldmann keine Rolle, beklagt er. In der Diskussion um die Zukunft der Bühnen ducke er sich weg.

„Umwelt ist bei Feldmann ein blinder Fleck“

Stadträtin Rosemarie Heilig sagt, der amtierende Oberbürgermeister kümmere sich genauso wenig um Frauenpolitik wie seine Mitbewerberin der CDU. Und die Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer konstatiert: „Umwelt ist bei Feldmann ein blinder Fleck.“

Am Ende gibt Eskandari-Grünberg dann noch eher beiläufig bekannt, dass der Musiker Shantel bei einer ihrer Wahlkampfveranstaltungen spielen wird. Und das ist dann doch eine Neuigkeit. Shantel, der eigentlich selbst Oberbürgermeister werden wollte, dann aber seine Kandidatur zurückzog, hatte zuletzt für den amtierenden Peter Feldmann geworben.

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