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OB-Wahl in Frankfurt Ein verzerrtes Bild der Stadt Frankfurt

Das Bild der Stadt, das vom Amt für Kommunikation und Stadtmarketing erzeugt wird, ist zwangsläufig verzerrt. Frankfurt hat viel mehr zu bieten als nur OB Peter Feldmann (SPD). Ein Kommentar.

OB-Wahl in Frankfurt
OB Peter Feldmann (SPD) und Christoph Mäckler (rechts im Bild), Architekt und Vorsitzender des Neuen Brückenbauvereins Frankfurt, vor dem neuen Brickegickel auf der Alten Brücke. Foto: dpa

Im Herbst 2016 hatte die Frankfurter Rundschau als erstes Medium über die Pläne des Frankfurter OB berichtet, ein neues Amt für Stadtmarketing zu schaffen. Ein Jahr später sind alle Befürchtungen, die sich damals mit dieser Nachricht verbanden, wahr geworden. Peter Feldmann hat das über Jahrzehnte renommierte Presse- und Informationsamt (PIA) durch ein von ihm abhängiges und für ihn tätiges Amt für Kommunikation und Stadtmarketing (KuS) ersetzt.

Schon die Besetzung des Amtsleiter-Postens durch den langjährigen Feldmann-Vertrauten und Parteifreund Tarkan Akman verhieß nichts Gutes. An der Spitze des KuS müsste eine unabhängige Persönlichkeit stehen, die möglichst nicht der Partei des OB angehört. Nur zur Erinnerung: Der langjährige vorherige PIA-Chef Nikolaus Münster besaß kein Parteibuch.

Tatsächlich ist die jetzige Arbeit des KuS ein Musterbeispiel für einseitige politische Werbung. Konsequent folgt das Amt der Erkenntnis, dass in einer Zeit umfassender sozialer Medien Bilder, Bilder, Bilder das Wichtigste sind. 43 Fotografien des OB in 21 Tagen sprechen eine deutliche Sprache.

Die zehn anderen hauptamtlichen Mitglieder der Stadtregierung scheinen kaum zu existieren. Da klingt der Hinweis des OB, seine Kolleginnen und Kollegen könnten sich ja „einbringen“, wenn sie wollten, geradezu zynisch. Das Bild der Stadt, das vom KuS erzeugt wird, ist zwangsläufig verzerrt. Frankfurt hat viel mehr zu bieten als Peter Feldmann.

Feldmann hätte es eigentlich nicht nötig

Natürlich ist die Kritik, die CDU und Grüne jetzt an der Praxis des Amtes äußern, auch mit der näherrückenden OB-Wahl am 25. Februar zu erklären. Natürlich sind CDU und Grüne auch nervös, weil ihre Kandidatinnen derzeit nicht so recht reüssieren.

 

Aber das ist ja gerade die Ironie der Geschichte. Der durchaus populäre Sozialdemokrat Feldmann kommt mit seiner Politik bei vielen Menschen in der Stadt gut an. Er hätte es eigentlich nicht nötig, sich so plump in Szene setzen zu lassen. Dass der linke Sozialpolitiker dieser Versuchung nicht widersteht: Das ist das Traurigste an der Geschichte vom KuS.

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