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OB-Wahl in Frankfurt CDU sieht Wählerpotenzial nicht ausgeschöpft

Der Wahlsieger am Sonntag heißt Peter Feldmann. Der Kreisvorstand der CDU analysiert den Wahlausgang; Bernadette Weyland macht weiter Wahlkampf.

CDU-Plakat
Ein Drittel der CDU-Stammwähler hat Weyland nicht erreicht. Am 11. März soll sich das ändern. Foto: Christoph Boeckheler

Am Montag um 12 Uhr kam der Kreisvorstand der Frankfurter CDU zusammen, um über das Abschneiden von Bernadette Weyland bei der OB-Wahl am Sonntag zu beraten. Sie ist in die Stichwahl gekommen, das ist das Positive aus Sicht der CDU.

Der Ausgang der Wahl wird als alles andere als erfreulich bewertet. Weyland hat mit 25,4 Prozent der Stimmen das schlechteste Ergebnis aller CDU-Kandidaten erzielt - seit 1995, als die Direktwahl des Oberbürgermeisters eingeführt wurde. Damals hatte die relativ unbekannte Petra Roth die Wahl mit 51,9 Prozent der Stimmen gewonnen. Als sie 2007 zuletzt antrat, erreicht sie auf Anhieb 60,5 Prozent der Stimmen. Siebzehn Jahre stand Roth an der Spitze der Stadt, bis 2012, als Boris Rhein versuchte, ihr im Amt nachzufolgen. Im ersten Wahlgang lag Rhein noch mit 42,6 Prozent der Stimmen vorn, bevor er in der Stichwahl gegen Peter Feldmann verlor.

Am Sonntag hatte Weyland im Vergleich zu Feldmann rund 38.000 Stimmen weniger für sich verbuchen können. Sie hatte nur in drei Stadtteilen die Nase vorn: Westend-Süd, Harheim und Nieder-Eschbach. „Der Abstand zwischen Bernadette Weyland und Peter Feldmann ist relativ hoch“, sagte Jan Schneider, der Kreisvorsitzende der Frankfurter CDU. „Wir haben es nicht geschafft, das volle Wählerpotenzial der CDU auszuschöpfen.“ Nur rund zwei Drittel der Wähler, die bei der Kommunalwahl 2016 die Christdemokraten gewählt hatten, gaben am Sonntag ihre Stimme für Bernadette Weyland ab. „Da müssten 100 Prozent stehen“, sagte Schneider.

Weyland war am Montag wieder auf Wahlkampf-Tour, diesmal in Bonames, um die Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Sie sei froh, in die Stichwahl gekommen zu sein, sagte sie der Frankfurter Rundschau. Sie sehe das Ergebnis des ersten Wahlgangs als Auftrag an, nun weiterzumachen.

Ziel: CDU-Mitglieder auf Straße bekommen

„Es ist noch nicht gelaufen“, sagte Schneider. Nun gehe es darum, die CDU-Mitglieder auf die Straße zu bekommen, um weiter Wahlkampf für Weyland zu machen. Die Frankfurter CDU hat rund 2800 Mitglieder. An ihren Wahlkampf-Themen werde sie in den nächsten zwei Wochen nichts mehr ändern, sagte Weyland, die von einer „Persönlichkeitswahl“ sprach.

„Wir müssen die traditionellen CDU-Wähler ansprechen und dabei auch die bürgerlichen Grünen-Wähler und die Wähler der FDP nicht vergessen“, sagte Schneider. Das Abschneiden von Weyland am Sonntag sowie das der Frankfurter CDU bei der Kommunalwahl 2016 (24,1 Prozent) bewertete er als ungünstigen Trend. „Damit können wir nicht zufrieden sein, schon gar nicht mit Blick auf die Landtagswahl im Herbst.“

„Es geht bei null los, diese Chance wollen wir nutzen“, sagte Martin-Benedikt Schäfer, der Vorsitzende der Jungen Union in Frankfurt, mit Blick auf den zweiten Wahlgang am 11. März. Er kündigte die Kampagne „Wir wollen Weyland“ an.

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