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OB-Wahl in Frankfurt Bernadette Weyland will weiter kämpfen

Der Abstand von CDU-Kandidatin Bernadette Weyland zum Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) ist groß. Der Parteivorstand will den Wahlausgang analysieren.

OB Wahl in Frankfurt
Für Bernadette Weyland (CDU) ist es ein bitterer Abend. Foto: Monika Müller

Geschlossen schreiten die CDU-Granden am Sonntagabend die Treppe im Rathaus Römer herab, mit Bernadette Weyland in ihrer Mitte. Eine Demonstration von Zusammenhalt – auch wenn der Ausgang des ersten Wahlganges so gar nicht im Sinne der Frankfurter CDU gewesen sein kann. Weyland liegt mit rund 25 Prozent abgeschlagen hinter dem Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD).
Doch Weyland strahlt, sie gibt sich kämpferisch. Die gute Wahlbeteiligung zeige, dass die Frankfurter ein Interesse an der OB-Wahl hätten, sagt sie. „Jetzt geht es ab in die Stichwahl.“ Die deutliche Distanz zum Ergebnis von Peter Feldmann mache ihr nichts aus. „Ich habe nicht mehr erwartet“, sagt sie sogar.

Auch Jan Schneider, der Kreisvorsitzende der Frankfurter CDU, stellt sich hinter die Kandidaten seiner Partei. „Wir werden weiter für sie werben.“ Am Montag um 12 Uhr setze sich der CDU-Kreisvorstand zusammen, um den Ausgang der Wahl zu analysieren. Schneider hofft, dass die Wähler der Grünen – „mit der Grünen-Fraktion arbeiten wir im Römer sehr gut zusammen“ – und FDP-Wähler Weyland nun unterstützen würden. Die FDP hat bisher keinen Kandidaten offiziell unterstützt.

Der hohen Abstand zu Feldmann sei der Vielzahl der Kandidaten geschuldet, sagt Schneider, „das verzerrt das Bild“. Ihn wundere vielmehr, dass der Oberbürgermeister es „trotz sechs Jahren intensiver Pressearbeit“ nicht geschafft habe, mehr als die Hälfte der Wähler in der Stadt hinter sich zu bringen.

Der frühere Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) lobt die „Energie“ von Weyland während der letzten neun Monate. Sie habe von früh bis spät Wahlkampf gemacht und sich dabei versiert „in allen Milieus“ bewegt. Auf ein besseres Ergebnis im zweiten Wahlgang am 11. März hofft auch der Stadtverordnete Nils Kößler. „Dann setzt der Wettbewerb neu ein“. Nun müsse „das Nachdenken einsetzen“, wie das Ergebnis bei der Stichwahl noch gedreht werden kann.

„Das wird ein Personenwahlkampf“, sagt Yannick Schwander, Ortsvorsteher im Ortsbeirat 13, voraus. Er gehe nicht davon aus, dass sich an den Inhalten im Wahlkampf in den nächsten zwei Wochen etwas ändern werden. „Ich setze auf die bekannten Themen“, sagt auch Weyland.
Deutlicher kritischer beurteilt der frühere CDU-Stadtkämmerer Ernst Gerhardt den Ausgang der Wahl am Sonntag. „Einer hat gewonnen, eine hat verloren.“ Für die Unterlegene werde es nun nicht leicht, in die Stichwahl zu gehen. Gerhardt ist mit seinen 96 Jahren die graue Eminenz der Partei.

Die Kandidatin sei mit ihren Themen schlicht nicht durchgekommen, sagt ein CDU-Mitglied am Rande des Wahlabends im Rathaus Römer. Das Ergebnis habe er nicht anders erwartet.

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