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OB-Wahl Frankfurts Grüne fremdeln weiter mit Amtsinhaber Feldmann

Der Grüne Daniel Cohn-Bendit wirbt für den OB-Kandidaten Peter Feldmann, doch seine Parteifreunde bleiben skeptisch.

Daniel Cohn-Bendit
Sorgte für hitzige Debatten bei den Grünen: Daniel Cohn-Bendit. Foto: Peter Juelich

Der Applaus für die Kandidatin war lang, das Lob für sie groß. Die Frankfurter Grünen haben ihrer OB-Bewerberin Nargess Eskandari-Grünberg am Mittwochabend für einen engagierten Wahlkampf gedankt und gleichzeitig Fehleranalyse betrieben. Denn mit dem Ergebnis von 9,3 Prozent zeigte sich bei der Kreismitgliederversammlung im gut besuchten Gallus Theater niemand zufrieden.

Im Mittelpunkt des Abends stand aber die Debatte, ob die Grünen eine Wahlempfehlung für die Stichwahl abgeben sollen. Entsprechende parteiinterne Anträge waren bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht entschieden. Es deutete sich allerdings an, dass die Mehrheit keine Empfehlung wünscht – weder für Peter Feldmann (SPD) noch für Bernadette Weyland (CDU).

Die emotionalste Rede des Abends hielt der frühere Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit, der gemeinsam mit Eskandari-Grünberg Wahlkampf gemacht hatte. Es sei falsch gewesen, überhaupt den Anspruch zu erheben, in die Stichwahl zu kommen, sagte er. Ziel der Grünen müsse es bei einer OB-Wahl sein, eigene Themen zu setzen. Seine Partei habe zwar innovative Ideen gehabt, aber zu wenig traditionellen Wahlkampf gemacht. So sei es nicht gelungen, die grüne Klientel „emotional zu mobilisieren“.

Im Umgang mit Feldmann sollten die Grünen „aufhören, beleidigt zu sein“. Natürlich schmücke sich der SPD-Mann mit den Erfolgen der Römer-Koalition, „aber das würde jeder OB tun“. Mit seinem Motto „Bauen, bauen, bauen“ biete Feldmann eine Antwort auf die Ängste der Menschen, die die Grünen nicht hätten. Und dass Feldmann sich nicht zu Rechtspopulisten äußere, wie Eskandari-Grünberg beklagt hatte, stimme nicht: „Seine Antwort war, dass er mich am 3.Oktober in der Paulskirche hat sprechen lassen“, sagte Cohn-Bendit. Sollte hingegen Bernadette Weyland die OB-Wahl gewinnen, „würde ich mich für Frankfurt schämen“.

Doch für seine Forderung nach einer Wahlempfehlung musste sich der Ur-Grüne viel Kritik anhören. „Denkt Ihr denn ernsthaft, die Leute würden sich danach richten?“, spottete die Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer. Die Grünen sollten sich ihre Eigenständigkeit bewahren und keinen Aufruf für einen SPD-Politiker starten. Ähnlich äußerte sich der Landtagsabgeordnete Marcus Bocklet: „Ich bin nicht die Umwelt-AG der SPD.“

Gesundheitsdezernent Stefan Majer sagte, er erwarte von den Kandidaten nun Antworten zu Fragen, die den Grünen wichtig sind: „Ich will wissen, ob Feldmann bereit ist, sich mit der Auto-Lobby anzulegen.“ Der Fraktionschef der Grünen im Römer, Manuel Stock, sagte, er wolle bis zum 11. März von Feldmann oder Weyland überzeugt werden und sich nicht im Vorhinein für den SPD-Politiker aussprechen. Die Grünen müssten bereits jetzt mit den Planungen für die kommende Kommunalwahl beginnen, sagte Stock.

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