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OB-Wahl Frankfurt „Gegen Mord an Tieren und Pflanzen“

Die unabhängige OB-Kandidatin Juli Wünsch setzt auf den Schutz der Umwelt.

Juli Wünsch
Juli Wünsch tritt als OB-Kandidatin in Frankfurt für das Mitgefühl mit Tieren ein. Foto: Christoph Boeckheler

Juli Wünsch hat sich geärgert. Über die Kollegen vom HR: Die haben geschrieben, sie wolle als unabhängige OB-Kandidatin den „Günthersburgpark als Grünfläche erhalten“.

Frau Wünsch, wollen Sie den Günthersburgpark nun erhalten oder nicht?
Das mit dem Günthersburgpark ist Unsinn. Mir geht es darum, den Grüngürtel zu erhalten, Frankfurts grüne Lunge, wo die Frischluftschneisen entlangführen.

Sie haben die Bürgerinitiative Grüne Lunge gegen das Innovationsquartier mitgegründet. Warum?
Ich habe damals meine Nachbarn in den rund 200 Kleingärten nördlich des Günthersburgparks darauf aufmerksam gemacht, dass der Bau von 1400 Wohnungen einen Wegfall der Kleingärten bedeutet. Die haben mich für verrückt erklärt.

Warum sind Sie heute nicht mehr im Verein Grüne Lunge aktiv?
Mir haben die Bürger für Frankfurt (BFF) angeboten, mich als Kandidatin für den Ortsbeirat und die Stadtverordnetenversammlung aufzustellen. Das fand der Vorstand des Vereins Grüne Lunge schlimm. Er hat mich in die Nähe von Nazis gerückt und mir Hausverbot erteilt. Dabei hätte ich auch als BFF-Kandidatin weiterhin meine eigene Meinung vertreten.

Was ist denn ihre eigene Meinung?
In meinem Wahlkampf spielt Naturschutz eine große Rolle. In den Kleingärten habe ich Frösche fotografiert, schützenswerte Gras- und Wiesenfrösche. Ich habe geschützte Schmetterlinge gefilmt und Hirschkäfer beobachtet. Diese wertvollen Tiere stehen unter Schutz. Ihnen darf der Lebensraum nicht genommen werden. Das ist Mord.

Juli Wünsch isst keine Tiere

In ihrem Wahlprogramm gehen Sie noch weiter. Dort stehen Begriffe wie „Naturmenschenmassenmord stoppen“ und „Tier- und Pflanzenholocaust stoppen“. Schießen Sie mit solchen Begriffen nicht übers Ziel hinaus?
Das ist meine persönliche Lebensgrundhaltung. Ich bin für Mitgefühl gegenüber Tieren. Tiere sollten nicht im Tier-KZ leben müssen. Ich esse auch keine Tiere.

Sind sie grundsätzlich gegen Bebauung von Grünflächen in der Stadt, auch gegen den Bau auf Ackerflächen für den geplanten Stadtteil im Frankfurter Nordwesten?
Ich bin für mehr sozialen Wohnungsbau und für das, was nötig ist. Aber nicht auf den geschützten Grünflächen. Ich bin auch Hundert Prozent dagegen, dass Bauern entheimatet werden. Die Stadt sollte zuerst die leerstehenden Flächen nutzen, um Wohnraum zu schaffen.

Zum Beispiel mit Konversion von Büros in Wohnungen wie in Niederrad?
In ein großes Bürohochhaus passt gefühlt die halbe Stadt hinein. Vielleicht könnte man eine Strafe verhängen für Leerstände. Das Geld könnte man dann in den Naturschutz investieren. Zum Beispiel wäre es super, wenn die Kleinmarkthalle eine Solaranlage aufs Dach bekäme.

Interview: Florian Leclerc

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