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OB-Wahl Wie die Frankfurter Stadtteile wählen

Im Norden und Westen wählt Frankfurt eher konservativ, rund ums Zentrum sind die Grünen stark, der Riederwald ist seit jeher rote Hochburg. Im Süden kann der Flughafen das wahlentscheidende Thema sein. Ein Blick auf das Wahlverhalten in den Frankfurter Stadtteilen.

Frankfurt
Die politischen Sympathien sind in den Frankfurter Stadtteile recht unterschiedlich verteilt - das wird wohl auch der Abend der OB-Wahl am 25. Februar 2018 erneut zeigen. Foto: Rolf Oeser

Die politische Karte der Frankfurter Stadtteile ist gefleckt: Im Norden und Westen wird deutlich konservativer gewählt als in innenstadtnahen Quartieren wie dem Nordend oder Sachsenhausen, Bockenheim oder Bornheim, wo die Grünen oft ihre besten Ergebnisse erzielen. Im Süden wiederum ist der nahe Flughafen und der damit verbundene Lärm ein wahlentscheidendes Thema.

Das Abschneiden der Kandidatin Ursula Fechter bei der vergangenen OB-Wahl in Frankfurt in den Stadtteilen südlich des Mains demonstriert das deutlich. Die Bewerberin, die für die Flughafenausbaugegner (FAG) angetreten war, holte ihre besten Resultate in Sachsenhausen-Süd und Sachsenhausen-Nord, Niederrad, Oberrad und Schwanheim. Und als die FAG nach der ersten Wahlrunde für die Stichwahl eine Empfehlung zugunsten von SPD-Konkurrent Peter Feldmann aussprach, schnellten dessen Ergebnisse dort in die Höhe.

Profitieren konnte der Sozialdemokrat bei der vergangenen Stichwahl auch vom traditionell starken Anteil der Grünen-Wähler in innenstadtnahen Stadtteilen. In der Hauptwahl punktete die grüne Kandidatin Rosemarie Heilig vor allem in Nordend-Ost und Nordend-West, Bockenheim, Bornheim, Ostend, Westend-Nord und Sachsenhausen-Nord sowie im Gutleut/Bahnhofsviertel. 

„Roter“ Riederwald

Für die Sozialdemokraten ist Frankfurt-Riederwald seit jeher eine feste Burg. Der „rote“ Stadtteil bescherte dem OB-Kandidaten Peter Feldmann in der vergangenen Stichwahl das Rekord-Ergebnis von 73,5 Prozent. Auch im ersten Wahlgang schnitt Feldmann nirgends besser ab als im Riederwald. Lediglich in Bonames konnte er ein ähnlich gutes Ergebnis aus der Hauptwahl mitnehmen wie im Riederwald. Es ist der Stadtteil, in dem Feldmann zuhause ist. 

Der Riederwald ist auch für die Linken ein dankbares Pflaster. Bei der letzten OB-Wahl erzielte die linke Bewerberin Janine Wissler hier ihren höchste Stimmenanteil mit 7,3 Prozent (Durchschnitt: 3,8 Prozent); bei der Bundestagswahl holte die Partei im Riederwald fast 19 Prozent der Zweitstimmen und wurde zweitstärkste Kraft nach der SPD. 

Im Gallus, das durch den Bau des Europaviertels im Umbruch ist wie kaum ein anderer Stadtteil in Frankfurt, schenkten bei der jüngsten OB-Wahl ebenfalls überdurchschnittlich viele Wählerinnen und Wähler der linken Kandidatin ihr Vertrauen. 

Im Gallus leben auch überdurchschnittlich viele Fans der „Partei“. Bei der OB-Wahl 2012 trat Oliver Maria Schmitt an und erreichte im Gallus sein bestes Stadtteil-Ergebnis (3,7 Prozent, stadtweit waren es 1,8 Prozent). Aber auch in Stadtteilen mit starker rot-grüner Klientel wie Nordend-Ost und -West, Gutleut/Bahnhofsviertel, Bornheim oder Ostend schnitt der Vertreter der Spaß-Partei deutlich über seinem Gesamtergebnis ab.

Apropos Gutleut/Bahnhofsviertel: Die beiden zentrumsnahen Stadtteile werden bei Wahlen stets zusammen ausgewertet, weil sie einen gemeinsamen Briefwahlbezirk bilden. Der Stadtteil Flughafen wiederum wird bei Wahlen zu Sachsenhausen-Süd gezählt, so dass bei Wahlen aus den 47 bestehenden Stadtteilen 44 „Wahl“-Stadtteile werden. 

In Griesheim ist die Wahlmüdigkeit am größten

Sehr unterschiedlich ausgeprägt ist in den Frankfurter Stadtteilen auch die Bereitschaft, überhaupt zur wahl zu gehen. Bei der vergangenen OB-Wahl blieb insgesamt die Mehrheit der Wahlberechtigten zuhause, die Beteiligung an der Stichwahl lag stadtweit bei gerade mal 35,1 Prozent.

Einen einzigen Stadtteil allerdings gibt es, in dem die Nichtwähler nicht die Mehrheit bildeten: In Nieder-Erlenbach ganz im Norden Frankfurts, dem Wohnort der früheren Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), nahmen 51 Prozent an der Stichwahl teil - Stadtteil-Rekord. Immerhin noch bei über 40 Prozent lag die Wahlbeteiligung zudem in Harheim, Berkersheim, Dornbusch, Kalbach-Riedberg, Bergen-Enkheim, Sachsenhausen-Süd, Eschersheim und Nordend-West.

Ganz am Ende der Liste liegt Griesheim im Frankfurter Westen. Hier konnten sich gerade mal 21,9 Prozent dazu aufraffen, an der Stichwahl teilzunehmen. Auch im Gallus, in der Innenstadt und in Höchst ging nicht einmal ein Viertel der Berechtigten zur Wahl.

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