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Nargess Eskandari-Grünberg 365-Euro-Ticket soll rasch kommen

Die Grünen-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg stellt ihr Programm für ihre erste 100 Tage als mögliche OB vor. Priorität haben Verkehr, Wohnen und Kultur.

Nargess Eskandari-Grünberg
Die grüne OB-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg würde gerne das 365-Euro-Jahresticket einführen. Foto: Andreas Arnold

Wenn Nargess Eskandari-Grünberg Oberbürgermeisterin von Frankfurt wird, will sie als erstes ein Jahresticket für den ÖPNV auf den Weg bringen, das nur 365 Euro kostet. Das hat die Grüne, bis 2016 Integrationsdezernentin der Stadt, am Dienstag bei der Präsentation eines „100-Tage-Programms“ klargemacht. Ihr Ziel sei, das Frankfurt den Bürgern als erste Stadt in Deutschland ein solches Ticket bietet, sagte sie.

Im Fall ihrer Wahl werde zunächst der RMV den Auftrag erhalten, ein Finanzierungs- und Umsetzungskonzept zu erarbeiten. Auf dieser Grundlage werde sie zusammen mit dem Verkehrsdezernenten erste Gespräche mit dem Land über die Einführung des Tickets führen, sagte Eskandari-Grünberg. Die Überlegungen der Bundesregierung zum Nulltarif in Öffentlichen Nahverkehr nannte sie dagegen eine „Luftnummer“. Die Stadt brauche ein tragfähiges langfristiges Konzept.

Hohe Priorität hat für die grüne OB-Kandidatin, die gestern ihren 53. Geburtstag feierte, auch der Wohnungsbau. Sie wirbt für umweltverträgliche Quartiere, in denen zu 40 Prozent sozial geförderte Wohnungen und zu 20 Prozent gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnungen entstehen. Dabei kann sie sich Bindungsfristen von 90 Jahren vorstellen.

Ihr Ziel sei es zudem, den Kampf gegen Mieterverdrängung zu verstärken und den Spekulanten die Stimmung zu verderben. Die auf den Weg gebrachten Milieuschutzsatzungen müssten rasch in Kraft treten und weitere vorbereitet werden, forderte sie. Die Stadt müsse zudem noch stärker ihr Vorkaufsrecht in Gebieten mit Milieuschutz nutzen.

Verbessern will Eskandari-Grünberg die Zusammenarbeit mit dem Umland. Sollte sie Oberbürgermeisterin werden, wolle sie direkt nach ihrer Amtseinführung gemeinsam mit den beteiligten Dezernenten Gespräche mit allen Kommunen aufnehmen, die von den Plänen für den neuen Stadtteil im Nordwesten tangiert sind. Zudem will sie einen Beauftragten für die Region installieren, der in ihrem Dezernat angesiedelt wird.

Einiges erhofft sich Eskandari-Grünberg zudem von einer Regionalkonferenz zum Thema „Wachsende Städte, wachsende Region im Zeichen des Klimawandels“, zu der sie Vertreter von Städten und Gemeinden, Kreisen, des Regionalverbands, der Landesregierung, der Industrie- und Handelskammer und der Hochschulen einladen will. Erneut warb sie zudem für eine Internationale Bauausstellung. Unmittelbar nach ihrer Amtseinführung werde sie eine Stabsstelle für deren Vorbereitung schaffen.

Rasch will Eskandari-Grünberg auch eine Lösung für die Theater-Doppelanlage finden. Auch ein möglicher Neubau soll nach ihren Vorstellungen am Willy-Brandt-Platz entstehen. Das nötige Geld will sie unter anderem über Spenden eintreiben. Vorantreiben will die Grüne außerdem die ins Stocken geratenen Pläne für den Kulturcampus. Rasch entstehen solle auch ein runder Tisch zur öffentlichen Infrastruktur für die Vereine.

Zu ihrem Wahlkampfhöhepunkt lädt Eskandari-Grünberg für Donnerstag, 19 bis 22.30 Uhr, in den Club Orange Peel, Kaiserstraße 39, ein. Dort sind auch der frühere Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit und der Musiker Shantel zu Gast.

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