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Volker Stein „Ich bin durch und durch liberal“

Volker Stein, unabhängiger Kandidat für die OB-Wahl in Frankfurt, gilt als Law-and-Order-Politiker. Im FR-Interview beklagt er einen „Kontrollverlust in Frankfurt“.

OB-Wahl in Frankfurt
Volker Stein sieht in Bernadette Weyland seine erste Opponentin, danach will er gegen Peter Feldmann antreten. Foto: peter-juelich.com

Die Frankfurter Rundschau nennt ihn bisweilen den „OB-Kandidaten der wütenden Herzen“. Volker Stein, FDP-Mitglied, aber bei der OB-Wahl ohne Parteiunterstützung, setzt vor allem auf die Sicherheitspolitik. Er will 100 neue Stellen für die Stadtpolizei schaffen, im Bahnhofsviertel „aufräumen“ und linke Kulturzentren schließen. Im FR-Interview spricht der 67 Jahre alte Oberst der Reserve über seinen Wahlkampf.

Herr Stein, Ihr Mitbewerber Nico Wehnemann hat Sie angezeigt, weil in Sachsenhausen eines Ihrer Wahlplakate an einer Ampel hängt, was verboten ist. Außerdem haben Sie auf Facebook einen ausgefüllten Stimmzettel veröffentlicht, was nicht im Sinne des Wahlgeheimnisses ist. Ziemlich viele Regelverstöße für einen Law-and-Order-Politiker, oder?
Das ist albern. Vielleicht hat einer meiner Helfer im Übereifer ein Plakat an einer falschen Stelle aufgehängt. Das bringen wir in Ordnung. Und dass einer meiner Mitarbeiter einen Stimmzettel auf Facebook gestellt hat – nun gut, meiner ist es nicht. Ich wähle erst am 25. Februar.

Sie hängen in der Stadt knapp 8000 Plakate auf. Woher nehmen Sie als unabhängiger Kandidat das Geld dafür?
Von Spendern. Viele geben mir Geld, weil sie sehen, dass es in dieser Stadt nicht so weitergehen kann. Darunter sind auch Geschäftsleute aus dem Bahnhofsviertel, die einfach wollen, dass der Staat wieder die Kontrolle in ihrem Stadtteil übernimmt. Manche geben zwischen fünf und 50 Euro, aber es gibt auch größere Spenden.

Nennen Sie die Namen der Geldgeber?
Nein.

Gerade im Internet machen Sie sehr aggressiven Wahlkampf. Sie zeigen Bilder von Obdachlosen und Bettlern und schreiben drunter: „Gebt der Stadt ihre Würde zurück!“ Was ist mit der Würde der Menschen, deren Fotos Sie veröffentlichen?
Ich bitte Sie. Das sind zum Teil Kriminelle. Mitglieder von organisierten Bettlerbanden oder Dealer. Mit den Bildern will ich zeigen, welchen Kontrollverlust es in Frankfurt gegeben hat. Der Staat setzt seine Autorität nicht durch.

Haben Sie die Betroffenen gefragt, ob Sie die Bilder veröffentlichen dürfen?
Natürlich nicht. Aber die Gesichter sind gepixelt. Im Übrigen habe nicht ich diese Fotos gemacht. Die wurden mir von Privatleuten zugeschickt, um deutlich zu machen, wie schlimm es mittlerweile um Frankfurt steht.

In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben Sie die CDU-Kandidatin Bernadette Weyland als „Revival-Blondchen“ bezeichnet. Setzen Sie in Ihrem Wahlkampf jetzt auf Beleidigungen und Frauenfeindlichkeit?
Ich wollte niemanden beleidigen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass Weyland ein Abklatsch der honorigen Ex-Oberbürgermeisterin Petra Roth ist. Frau Weyland ist unbedarft, sie hat überhaupt keine Ahnung von Frankfurt. Eine Frau, die das Stadion für 60 Millionen Euro verkaufen will oder einem Junkie fünf Euro gibt und ihm sagt, er soll das Geld nicht für Drogen ausgeben, sollte nicht als Oberbürgermeisterin kandidieren.

Es scheint, als hätten Sie sich im Wahlkampf auf Weyland eingeschossen.
Sie muss ich schlagen, um in die Stichwahl zu kommen. Das werde ich schaffen. Danach nehme ich mir Peter Feldmann vor.

Provokationen, populistische Forderungen … bisweilen treten Sie auf wie ein AfD-Politiker. Hatten Sie überlegt, für die AfD anzutreten oder sich von der Partei unterstützen zu lassen?
Lächerlich. Ich bin seit 48 Jahren Mitglied der FDP und bin ein durch und durch liberaler Mensch. Ich nenne aber Probleme beim Namen und poche darauf, dass rechtsstaatliche Normen auch durchgesetzt werden. Deshalb habe ich aber mit der AfD nichts zu tun.

Was machen Sie, wenn Ihre Bewerbung scheitert?
Dann verbessere ich mein Golf-Handicap. Aber ich werde nicht scheitern.

 

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