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OB-Wahl in Frankfurt „Zeichen setzen gegen die AfD“

Ming Yang lebt seit mehr als 25 Jahren in Frankfurt und ist Mitglied der Kommunalen Ausländervertretung. Jetzt tritt der 53-jährige Unternehmensberater bei der OB-Wahl an und engagiert sich gegen Rechts.

Ming Yang
Ming Yang vor dem Römer, in dem er gerne als Stadtoberhaupt regieren würde. Foto: Christoph Boeckheler

Herr Yang, was hat Sie veranlasst, als gebürtiger Chinese als OB-Kandidat in Frankfurt anzutreten?
Ich möchte dieser Stadt etwas zurückgeben. Ich lebe seit mehr als 25 Jahren in Frankfurt. Und seit mehr als 30 Jahren in Deutschland. Anfang der 80er Jahre habe ich mein Landwirtschaftsstudium in der Volksrepublik China beendet und bin als einer der ersten Stipendiaten der Carl-Duisburg-Gesellschaft nach Deutschland gegangen.

Was wollten Sie werden?
Ich wollte Agraringenieur werden. In Bonn habe ich das Studium abgeschlossen. Seit 1992 lebe und arbeite ich in Frankfurt. Ich bin heute selbstständiger Berater für deutsche Familienunternehmen, die sich in der Volksrepublik China ansiedeln möchten und für mittelständische chinesische Firmen, die nach Deutschland gehen. Ich bin stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Chinesen in Europa.

Wie viele Landsleute sind das in Europa?
Etwa 3,5 bis vier Millionen Menschen. Das wichtigste Land ist England. Aber die chinesische Community in Deutschland und in Frankfurt wächst rasch.

Wie viele Chinesen leben in Frankfurt?
Etwa 12.000 bis 14.000 sind es in Hessen, in Frankfurt zwischen 5000 und 6000. Die Zahl nimmt stark zu gegenwärtig. Frankfurt ist für China und andere asiatische Länder immens wichtig. Da ist die zentrale Lage der Stadt von Bedeutung, aber auch das Finanz- und Wirtschaftszentrum.

Frankfurt ist in der Volksrepublik China durchaus bekannt.
Ja. Es gibt bereits heute rund 100 Flüge wöchentlich aus der Volksrepublik China nach Frankfurt. Viele chinesische Unternehmen investieren in der Stadt.

Warum kandidieren Sie als Oberbürgermeister?
Der Vorschlag kam von der chinesischen Community. Und auch viele Kolleginnen und Kollegen aus der Kommunalen Ausländervertretung, deren Mitglied ich bin, finden meine Kandidatur gut. Ich gehöre auch dem Landesausländerbeirat Hessen an. Ich möchte aber auch ein Zeichen setzen gegen die AfD. Die AfD ist eine Gefahr für die Demokratie. Viele Migrantinnen und Migranten sind verunsichert. Ich möchte mit der Kandidatur vor allem junge Wählerinnen und Wähler aufrufen, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Ist es schwer, junge Menschen für ein politisches Engagement zu gewinnen?
Ja, es ist schwerer geworden. Viele sehen ihre Interessen nicht vertreten. Aber ich habe seit meiner Kandidatur sehr viel Unterstützung in Frankfurt erfahren. Ich mache viele kleine Veranstaltungen und gehe in Familien.

Erfahren Sie selbst Ausländerfeindlichkeit?
Früher habe ich das öfter erlebt. Und heute gibt es noch Probleme, denken Sie an die Diskussion um das vor allem für die Deutschafrikaner diskriminierende Wort „Mohr“, die wir von der KAV aus führen. Aber verglichen mit der Vergangenheit ist die Situation für die Migranten in Frankfurt besser geworden.

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