Lade Inhalte...

Nico Wehnemann „Ich lasse den Main in die richtige Richtung fließen“

Nico Wehnemann tritt bei der OB-Wahl in Frankfurt an. Im FR-Interview spricht der „Die Partei“-Politiker über sein Wahlprogramm und 60 Prozent im ersten Wahlgang.

Nico Wehnemann
Nico Wehnemann ist der OB-Kandidat der Satirepartei „Die Partei“. Foto: Peter Jülich

Nico Wehnemann ist sauer auf die FR. Die Redaktion hat ihn nicht zum Stadtgespräch mit OB-Bewerbern am 8. Februar im Haus am Dom eingeladen – wohl aber „Oberst Klein“, wie Wehnemann seinen Mitbewerber Volker Stein nennt. Dennoch trifft sich der 34 Jahre alte Berufspolitiker, der für die Satire-Partei „Die Partei“ im Stadtparlament sitzt, mit dem FR-Redakteur zum Interview in der Terminusklause.

Herr Wehnemann, Sie fordern das Verbot der Grünen und eine Rabattkarte fürs Schwarzfahren. Wundern Sie sich echt darüber, dass Sie nicht zu den fünf OB-Kandidaten zählen, wie wir zur Diskussion eingeladen haben?
Ja, allerdings. Das sind doch berechtigte Forderungen. Die Grünen haben sich in den 30 Jahren zur billigen Kopie der FDP entwickelt. Nachdem unser Antrag, sie unter Artenschutz zu stellen, gescheitert ist, bleibt nur das Verbot. Und das Schwarzfahren darf es ja eigentlich gar nicht geben, denn wir wollen den kostenlosen ÖPNV.

Haben Sie diese Forderung eigentlich bei Janine Wissler von der Linken geklaut?
Quatsch. Anders als die Linke haben wir nämlich eine Idee zur Finanzierung: den Verkauf von Getränken in den Waggons. Das werden wir auch im Wahlkampf wieder machen, diesmal im neuen Nachtverkehr. Ich gehe davon aus, dass uns die Verkehrsgesellschaft Frankfurt wie immer tatkräftig unterstützen wird.

Wenn es um den Auftritt rechter Verlage bei der Buchmesse geht, werden Sie plötzlich ziemlich ernst.
Wir sind keine Spaßpartei wie die FDP und wehren uns, wenn Nazis ein öffentliches Forum geboten wird. Aber dank der Buchmesse bin ich der einzige Oberbürgermeister-Kandidat, der es in die überregionalen Medien geschafft hat.

Sie wurden bei einer Demo gegen Veranstaltungen am Antaios-Verlag von einem Ordner umgerissen ...
Ich musste davon ausgehen, dass es sich um einen Nazi handelt. Ich habe ihn angezeigt.

Sie wollen 200 Wahlplakate aufhängen. Wie wollen Sie so Ihr Ziel von 60 Prozent im ersten Wahlgang erreichen? Volker Stein hängt mehr als 7000 Plakate auf.
Den habe ich auch angezeigt. Der hat auf der Mörfelder Landstraße seine Plakate an Ampeln gehängt. Das darf man nicht. Ich fordere alle Bürger auf, Verstöße von Herrn Stein ans Amt 66 zu melden.

Jetzt haben Sie noch 329 Zeichen, um ihr Wahlprogramm präsentieren.
Bahnhofsviertel: schlimm, schlimm, schlimm. Commerzbank-Arena an die Commerzbank verkaufen, Mitarbeiter müssen Würstchen braten. Goetheturm als Betonmonster auf Gelände des AfE-Turms aufbauen. Dritte Bühne einrichten, ausschließlich für Musicals. Und: Mainumkehr jetzt, ich lasse den Main wieder in die richtige Richtung fließen.

Interview: Georg Leppert

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen