Lade Inhalte...

Hein Fischer „Wahlkampf ist mir zu anstrengend“

Der Entspannungstherapeut Hein Fischer tritt als Kandidat bei der OB-Wahl in Frankfurt an. Er erinnert sich auf Anhieb nur an einen Frankfurter Stadtteil, will aber an seinen Kenntnissen arbeiten. Ein Gespräch.

Gottfried Hein Fischer
Geht die OB-Wahl entspannt an: Kandidat Gottfried Hein Fischer. Foto: Christoph Boeckheler

Von Beruf ist er Entspannungstherapeut – und nicht bloß Lachtherapeut, wie einige Medien berichteten. Wenn er Termine in Frankfurt hat, reist er mit dem Flix-Bus an, aber als Oberbürgermeister würde er seinen Wohnsitz schon an den Main verlegen. Hein Fischer, 74 Jahre alter Rentner aus Gangelt bei Aachen, tritt am 25. Februar bei der OB-Wahl an. Es ist nicht sein erster Versuch, Oberhaupt einer Stadt zu werden.

Herr Fischer, wie gut kennen Sie Frankfurt?
Ganz gut. Ich war schon 37 Mal in der Stadt.

Können Sie uns drei Frankfurter Stadtteile nennen?
Sachsenhausen. Da hat meine Tante gewohnt, die ich früher manchmal besucht habe. Da stand ja auch der Goetheturm. Der muss wieder aufgebaut werden. Sofort. Diesmal aus feuerfestem Material.

Und andere Stadtteile?
Fallen mir gerade nicht ein. Ich bin halt eher in der Innenstadt unterwegs. Aber daran muss ich arbeiten. Als Oberbürgermeister vertrete ich ja die Menschen in allen Stadtteilen.

Sie wohnen bei Aachen. Wieso wollen Sie in Frankfurt Oberbürgermeister werden?
Wieso nicht? Ich kandidiere eben gerne. Ich wollte ja auch schon Bürgermeister in meiner Heimatstadt Gangelt werden und habe immerhin 14 Prozent geholt. Danach kam die Kandidatur in Selfkant, das ist die Nachbarstadt, dann Halstenbek und Dieburg. Und danach habe ich eben gegoogelt, wo es eine Bürgermeisterwahl gibt, und bin auf Frankfurt gekommen.

Wie haben Sie denn die 186 Unterschriften zusammenbekommen, die man für die Kandidatur braucht? Man kennt Sie doch gar nicht in Frankfurt.
Ach, das war überhaupt kein Problem. Ich bin an einem sonnigen Tag am Main entlanggelaufen und habe den Leuten gesagt, dass ich Oberbürgermeister werden will. Das fanden die gut, da haben die unterschrieben.

Und wie viel Prozent wollen Sie am 25. Februar holen?
Ich will gewinnen. Ob im ersten oder im zweiten Wahlgang, ist mir egal. Aber ich weiß, dass das schwer wird. Meine Mitkandidaten – ich spreche nur von Mit-, nicht von Gegenkandidaten – sind alle ziemlich gut. Ich habe Respekt vor ihnen.

Was würden Sie denn als Frankfurter Oberbürgermeister tun? Wo sehen Sie die größten Probleme in der Stadt?
Die Luftqualität ist ziemlich schlecht. Darum sorge ich mich am meisten.

Man merkt, dass Sie Mitglied bei den Grünen sind.
Ja, aber als Christ stehe ich auch der CDU nahe und als sozial denkender Mensch der SPD. Ich bin unabhängig.

Wie planen Sie Ihren Wahlkampf?
Gar nicht.

Bitte?
Ich mache keinen Wahlkampf. Ich will nicht kämpfen. Das ist zu anstrengend. Aber ich gebe gerne Interviews. Und ich binde die Menschen auf der Straße in meine Kandidatur ein.

Wie genau?
Ich bitte Menschen, ein Foto von mir zu machen. Das können sie dann auf Facebook stellen oder twittern und dazu schreiben, dass ich kandidiere. Ich finde, das ist eine sehr schöne Art, Werbung für sich zu machen.

Interview: Georg Leppert

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen