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Frankfurt Shantel zieht OB-Kandidatur zurück

Der Musiker Shantel will doch nicht OB von Frankfurt werden. Den Ausschlag gab angeblich ein Frühstück mit Peter Feldmann.

Wendet sich gegen „Law-and-Order-Politiker“: Shantel. Foto: Christoph Boeckheler

Zumindest interessant wäre die Vorstellung schon gewesen. Shantel als Oberbürgermeister. Wie hätte sich diese Stadt verändert. Kulturpolitik hätte einen ganz anderen Stellenwert bekommen, Frankfurt wäre in nullkommanichts Fahrradhauptstadt geworden, und im Plenarsaal, wo derzeit der Stadtadler hängt, hätten Sprayer den Schriftzug „Stadt für alle“ hinterlassen.

Hätte, wäre, könnte... Einen Oberbürgermeister Shantel wird es nicht geben. Zumindest nicht in Frankfurt, zumindest nicht im Jahr 2018. Wie das „Journal Frankfurt“ am Montag zuerst berichtete, hat der Musiker seine Kandidatur zurückgezogen.

Er habe viel erreicht, sagt Shantel, der mit bürgerlichem Namen Stefan Hantel heißt, im Gespräch mit der FR. Weite Teile seines Wahlprogramms fänden sich mittlerweile bei anderen Kandidaten wieder. „Damit hätte ich nie gerechnet“, sagt er.

Den Ausschlag, auf die Kandidatur zu verzichten, gab schließlich ein gemeinsames Frühstück mit Peter Feldmann (SPD) am Sonntagvormittag. Shantel zeigte sich angetan vom Amtsinhaber und lobte unter anderem dessen Fokussierung auf Wohnungspolitik. Sollte Feldmann gewinnen, werde er eine Art freier Berater. Nicht nur in der Kulturpolitik, wie man vermuten könnte. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister will der 49 Jahre alte Musiker, Musikproduzent und Discjockey auch Ideen entwickeln, wie die Innenstadt autofrei werden kann. „Ich bin der Teilchenbeschleuniger von Frankfurt“, sagt Shantel.

Trotz aller Sympathien für Feldmann – für den Amtsinhaber werben möchte Stefan Hantel nicht. Denn auch bei anderen Kandidaten finde er seine Ideen wieder. So ist Shantel sehr angetan vom Vorstoß der grünen Bewerberin Nargess Eskandari-Grünberg, ein RMV-Jahresticket für 365 Euro anzubieten.

So bleibt es beim allgemeinen Aufruf, zur Wahl zu gehen – und seine Stimme nicht „den rechten Hardlinern“ zu geben. Dazu zählt Shantel neben dem unabhängigen Kandidaten Volker Stein auch die CDU-Bewerberin Bernadette Weyland. Sie verfolge eine „Law-and-Order-Politik“, die zum Scheitern verurteilt sei: „Frankfurt regiert man nicht mit Ausgrenzung“, sagt Shantel.

Seine Chancen, die Wahl zu gewinnen, hätten ohnehin „im Promillebereich“ gelegen, sagt der Musiker. Und als Berater könne er sicher mehr Einfluss auf seine Stadt nehmen als in der Rolle des unterlegenen OB-Kandidaten.

Wobei sich im Magistrat keiner Sorgen machen müsse. Einen Posten als Dezernent strebe er nicht an, auch nicht unter Peter Feldmann. „Die Knochenmühle der Kommunalpolitik tue ich mir nicht an“, sagt Shantel.

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