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Fluglärm in Frankfurt Weyland streitet mit Fluglärm-Gegnern

Bernadette Weyland, OB-Kandidatin der CDU in Frankfurt, will die Stabsstelle für Fluglärmschutz im Römer auflösen und löst damit Empörung bei Bürgerinitiativen aus.

Flughafen Frankfurt
Eine Passagiermaschine startet auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler (dpa)

Für mächtige Aufregung und scharfen Protest bei Fluglärmgegnern sorgt ein Auftritt von OB-Bewerberin Bernadette Weyland in Oberrad. Die CDU-Politikerin hatte bei einer CDU-Veranstaltung unter dem Titel „Was bewegt Oberrad?“ angekündigt, im Falle ihrer Wahl zur OB die städtische Stabsstelle für Fluglärmschutz aufzulösen.

Im Gespräch mit der FR bekräftigte Weyland diese Absicht. „Die Stabsstelle hat nichts getan“, sagte sie. Es handle sich „um fünf Leute“, die sehr gut bezahlt seien, aber nur Öffnungszeiten von „fünf Stunden in der Woche“ anböten. Aus der Sicht der CDU-Politikerin handelt es sich bei der Stabsstelle lediglich um ein „Feigenblatt“. In dem einen Jahr ihres Bestehens habe sie lediglich „einen Rundgang“ veranstaltet, aber sonst keine Aktivitäten entfaltet.

Ursula Fechter, die Dezernentin für die Stabsstelle, zeigte sich empört. „Das sind Fake News, das ist alles glatt gelogen“, sagte sie im Gespräch mit der FR. Tatsächlich umfasse die Stabsstelle lediglich drei Arbeitsplätze, die auch nicht außergewöhnlich, sondern nach Tarif bezahlt würden.

Tatsächlich sei die Stabsstelle mit ihren Büros im Römer jederzeit zugänglich: „Alle können uns besuchen.“ Auch habe das Gremium im zurückliegenden Jahr „viele Veranstaltungen“ organisiert und die verschiedensten Aktivitäten entfaltet. Gerade würden zwei Messstellen aufgebaut, um die Belastung durch Feinstaub rund um den Flughafen festzustellen.

Volker Hartmann, der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Wohnen ohne Fluglärm und Absturzgefahr“, war Besucher der CDU-Veranstaltung am 21. November. Er zeigte sich im Gespräch mit der FR „entsetzt“ über die „Naivität“ der OB-Kandidatin. „Frau Weyland weiß eigentlich überhaupt nicht, worum es bei der Stabsstelle geht“, sagte er: „Ihr fehlt es an Fachkenntnissen.“ Weyland habe bei der Veranstaltung erklärt, die Stabsstelle müsse abgeschafft werden, weil sie zu viel Geld koste.

Bernadette Weyland betonte im Gespräch mit der FR, die hessische Landesregierung habe viel für die lärmgeplagten Menschen rund um den Flughafen erreicht. Sie glaube nicht, dass sich das Nachtflugverbot noch ausweiten lasse. „Da kann man nicht mehr machen, da bin ich Realistin“, sagte sie. Auch Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) habe mit der Lärmobergrenze bereits viel durchgesetzt.  

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