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Debatte zur OB-Wahl Die Fragen der Wissenschaft

Die Hochschulen interviewen die OB-Kandidatinnen und -Kandidaten zu ihren Positionen.

OB-Kandidaten
Mit einer Befragung der OB-Kandidaten trat die „Frankfurter Wissenschaftsrunde“ erstmals an die Öffentlichkeit. Foto: Christoph Boeckheler

In Nico Wehnemanns WG ist gerade ein Zimmer frei. „350 Euro warm“, bietet der OB-Kandidat der Satirepartei „Die Partei“ es den Studierenden im Casino an der Goethe-Universität an, als Teillösung der studentischen Wohnraummisere in Frankfurt, wo nur sieben Prozent der Studierenden Platz in einem geförderten Wohnheim finden. Wehnemanns teilironische Einwürfe lockerten die ansonsten konsequent faktenorientiert geführte Debatte zur OB-Wahl auf, zu der die Frankfurter Wissenschaftsrunde geladen hatte.

Wie Goethe-Unipräsidentin Birgitta Wolff und ihr Amtskollege Frank Dievernich von der University of Applied Sciences eingangs erläuterten, hatten sie diese Runde als Zusammenschluss aller Frankfurter Hochschulen und Forschungseinrichtungen im vergangenen Jahr gegründet, um in der Stadt mit gemeinsamer Stimme, einer „Wissenschaftsstimme“ zu sprechen.

Bei der ersten öffentlichen Veranstaltung des Verbundes am Montag wurden mit dieser Stimme viele Fragen an fünf OB-Kandidatinnen und -Kandidaten gestellt: Wie würden Sie studentischen Wohnraum fördern? Was tun Sie, damit die Integration internationaler Studierender und solcher mit Migrationshintergrund gelingt? Welche Maßnahmen würden Sie ergreifen, um die Anbindung der Frankfurter Wissenschaftsstandorte an öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrradnetz zu verbessern?

Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD), Bernadette Weyland (CDU), Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne), Janine Wissler (Linke) und Nico Wehnemann (Die Partei) mussten sich kurz fassen, um binnen zwei Stunden zu fünf Themenkomplexen Stellung beziehen zu können.

Einig waren sich alle fünf darin, dass es einer Wechselwirkung von Politik und Wissenschaft bedarf. „Hochschulen müssen Orte sein, die in die Gesellschaft hineinwirken“, betonte Wissler.

„Stadtentwicklung ist ohne wissenschaftliche Begleitung gar nicht mehr möglich“, befand Weyland. „Debatten, die an der Universität geführt werden, brauchen oft zu lange, bis sie in der Politik ankommen“, konstatierte Eskandari-Grünberg. Und Feldmann sang ein Hohelied auf Programme wie die Bürgeruni und die Kinderuni, mit denen die Interaktion von Hochschule und Gesellschaft bereits gelingt.

Streit über fehlende Studentenwohnheime in Frankfurt

Überhaupt verwies der Amtsinhaber auffällig oft auf Bestehendes, etwa die Selbstverständlichkeit eines internationalen Miteinanders in der Stadt, während die anderen Forderungen oder Pläne formulierten, etwa eine stärkere Förderung von Mehrsprachigkeit und interkultureller Kompetenz (Eskandari-Grünberg) und generell besserer sozialer Infrastruktur an den Hochschulen (Wissler), mehr Wohnheimplätze für internationale Studierende (Weyland) oder ein entschiedenerer Einsatz gegen Diskriminierung (Wehnemann).

Zu Reibung kam es angesichts des auf knappe Antworten setzenden Formats nur zwischen Weyland und Feldmann, die sich mit Bezug auf Weylands einstige Position als Finanzstaatssekretärin die Verantwortung über nicht gebaute Studierendenwohnheime zwischen Land und Stadt hin- und herschoben.

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