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OB-Wahl Mit "Hitler-Witz" in den Römer

Wenn es nach OB-Kandidat Oliver Maria Schmidt, Ex Titanic-Chef, ginge, dann darf es demnächst überall wieder geraucht werden - in den Schulen, aber auch in den Krankenhäusern. Das ist aber noch nicht alles. Sein Wahlprogramm verspricht noch viel mehr.

Titanische Parolen: Oliver Maria Schmitt. Foto: Michael Schick

Weil Oberbürgermeisterkandidat Oliver Maria Schmitt (Die Partei) optisch kaum von seinem Mitbewerber Boris Rhein (CDU) zu unterscheiden ist, geht der Rathauschef in spe jetzt in die programmatische Offensive. Er tut das mit einer zweiten Pressekonferenz in der Caricatura, dem Museum für komische Kunst. Der Ort ist nicht schlecht gewählt.

Dass ein Oberbürgermeisterkandidat auf Pressekonferenzen dummes Zeug erzählt, ist normal. Nicht normal ist, dass er von den versammelten Journalisten Szenenapplaus erhält. Die Stimmung ist gut, in etwa so wie auf einer „Titanic“-Preview. Schmitt war mal Chefredakteur des Satiremagazins, er weiß, was funktioniert. Ein bisschen Offenbach-Bashing, ein paar Hitler-Witze – und alle sind froh. Nur der Kaffee ist ein bisschen dünn.

Geld aus der Stadtkasse? Kein Problem

Das hat er gemein mit dem Programm von „Die Partei“, einem Nebenprodukt der „Titanic“-Redaktion. „Die Partei“ war mal das Witzigste, was die deutsche Parteienlandschaft zu bieten hatte, musste diese Spitzenposition aber mittlerweile an die FDP abtreten. Schmitt ficht das nicht an.

Und jetzt in Kürze zu Schmitts Wahlprogramm. Einen harten Kurs will er fahren gegen die Nachbarstadt und die „gezielten Provokationen und Unverschämtheiten der Offenbacher“, die ihr begehrliches Auge auf einen Teil Oberrads geworfen hätten. In Kneipen darf unter OB Schmitt wieder geraucht werden, ebenso in Schulen und Krankenhäusern. Aus der Stadtkasse, verspricht Schmitt, werde er sich hemmungslos bedienen. Klingt ganz vernünftig.

„Einfach nur klingeln, Scheiß-CDU brüllen und wegrennen“

Schön werden wohl die Wahlkampfveranstaltungen. „Trinker fragen – Politiker antworten“, und zwar im Moseleck. Auch ganz gut: das „Wasserhäuschen-Hopping“. Vor allem aber kündigt Schmitt an, seinen „biologischen Nachteil“, die verblüffende Gesichtskongruenz mit Boris Rhein, zu nutzen. Demnächst will er als Boris Rhein von Tür zu Tür ziehen und den verblüfften Wählern den größten Kappes erzählen. Er hat dafür extra ein Boris-Rhein-Gesicht entwickelt, das er den begeisterten Journalisten ein paar Mal zeigt. Vielleicht kommt es gar nicht so weit. Vielleicht, sagt Schmitt, werde man „einfach nur klingeln, Scheiß-CDU brüllen und wegrennen“. Auch eine Idee.

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