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Nordend Vegetation im Nordend stärken

Das Klima im Stadtteil erhalten - das wollen die Grünen im Nordend. Erreicht werden soll das durch Verkehrsregelungen ebenso wie durch einen Milieuschutz, der geförderten Wohnraum stärker bevorzugt als bisher.

Bedrohte Kleingärten - die Grünen wollen mehr Grün bewahren. Foto: Rolf Oeser

Das Nordend ist traditionell grün. Auch politisch. Seit Jahren sind die Grünen die stärkste Fraktion im Ortsbeirat, derzeit belegen sie acht Sitze. Die Grünen sind so gut aufgestellt, dass sie als einzige Stadtteilgruppe ein Wahlprogramm formuliert haben. Aber das Nordend ist auch ein besonderer Stadtteil: Keiner ist so dicht besiedelt. Rund 53 000 Menschen wohnen hier, 3600 mehr als noch vor fünf Jahren.

Die Grünen sorgen sich um den bezahlbaren Wohnraum, der wegen der Verdrängung durch Wohlhabendere geringer wird. Daher begrüße man die Milieuschutzsatzung für das Nordend, die im Frühjahr 2016 in Kraft treten und fortan Luxusmodernisierungen vermeiden soll. Laut Wahlprogramm, das am gestrigen Montag vorgestellt wurde, sollen 40 Prozent der Bauvorhaben für geförderte Wohnungen vorgesehen sein. Städtischer Standard sind bislang 30 Prozent. Darüber hinaus sollen zehn bis 15 Prozent für Initiativen gemeinschaftlichen Wohnens reserviert sein.

Spezielle Themen sind dabei die geplante Einhausung der Autobahn A 661 und das Innovationsquartier. Während die Grünen im Nordend die Einhausung begrüßen, weil damit das Nordend, Bornheim und Seckbach und damit auch Grünflächen verbunden werden, zeigen sie sich bei dem geplanten Wohnbauprojekt auf der Fläche besorgt um die Kaltluftschneise. „Uns ist eine Bürgerbeteiligung wichtig“, sagt Ortsvorsteherin Karin Guder. „Die Leute sollen im Ortsbeirat einbezogen werden.“ Es sollten möglichst viele Grünbestände erhalten bleiben, dafür sei ein Kompromiss nötig.

Tempo 30 und weniger Parkplätze

Beim Verkehr wollen die Grünen sich dafür einsetzen, dass Fußgänger und Radfahrer besser gefördert werden, für Autos soll der Modellversuch „Tempo 30 bei Nacht“ auf weitere Straßen ausgedehnt werden. Auch generell ist man für Tempo 30 in Städten. Die Spitzenkandidaten Karin Guder und Michael Mirsch sind dafür, die Zahl der Parkplätze auf der Straße zu reduzieren und dafür Carsharing und den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Ein Schritt in diese Richtung ist bereits mit der umstrittenen Quartiersgarage passiert: für 30 Parkplätze wurden Flächen für Urban Gardening geschaffen.

Für das soziale Miteinander wollen die Grünen ein Stadtteilbüro im ehemaligen Merianbad einrichten lassen, das aus dem Ortsbeiratsbudget gefördert werden soll. Laut Mirsch ist man bereits auf einem guten Verhandlungsweg mit der Stadt.

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