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Nigeria - Frankfurt Initiative fordert Lagos als Partnerstadt

Das Bündnis „400 Minutes“ will die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen Frankfurts zu Nigeria stärken. Es wirbt dafür, dass Frankfurt und Lagos eine Städtepartnerschaft eingehen.

Lagos
Das nigerianische Lagos ist ein Verkehrsknotenpunkt, genauso wie Frankfurt. Foto: Akintunde Akinleye (Reuters)

Nur 400 Minuten dauert die Reise von Frankfurt bis in das nigerianische Lagos. „400 Minutes“ heißt auch die neu gegründete Initiative, die beide Finanzmetropolen noch enger zusammenbringen möchte und eine Städtepartnerschaft fordert.

Hierfür soll zunächst ein Büro geschaffen werden, das als erste Anlaufstelle für nigerianische und deutsche Mittelständler dient. Dadurch sollen die wirtschaftlichen Beziehungen gestärkt werden. Der „Nigeria Day“, der für die zweite Jahreshälfte 2018 geplant ist, soll auch den kulturellen Austausch zwischen Nigeria und Deutschland fördern.

Prominente Unterstützer hat die Initiative bereits gefunden. Bei der Vorstellung von „400 Minutes“ im Code Frankfurt am Montagabend war Yusuf Maitama Tuggar, Botschafter Nigerias in Deutschland zu Gast. „Es sind die Menschen, die Diplomatie möglich machen“, sagte er vor rund 120 Gästen, die teilweise auch aus der Bankwirtschaft kamen.

Der Botschafter lobte das Engagement, das aus der Frankfurter Montagsgesellschaft und der Keep the World Foundation entstanden ist. Er betonte die Ähnlichkeiten der beiden Städte, wie etwa den unternehmerischen Geist und die strenge Arbeitsmoral.

Die Montagsgesellschaft versteht sich als Plattform für bürgerliche Interessen und will ein Diskussionsforum sein. Vorstand Stefan Söhngen ist einer der Gründer von „400 Minutes“. Seine Hauptstärken seien die Verbindungen auf Entscheidungsebene und die Etablierung von Dialogformaten, heißt es auf der Initiativen-Website.

Die Initiatoren betonen, dass sie eine Partnerschaft auf Augenhöhe schaffen und mit den weitverbreiteten Afrika-Klischees aufräumen wollen. Lagos ist mit über 18 Millionen Einwohnern und seiner wirtschaftlichen Stellung eine Weltmetropole. Auch Nigeria gilt als wichtiger Wirtschaftsstandort.

17 Partnerstädte auf vier Kontinenten hat Frankfurt bereits. Lagos soll laut „400 Minutes“ nicht einfach die achtzehnte Stadt auf dem Papier, sondern vielmehr ein Partner auf verschiedenen Ebenen werden. „Damit eine Städtepartnerschaft auch mit Leben gefüllt wird, braucht es erst einmal den Unterbau durch bürgerliches Engagement“, sagte auch Stephan Siegler, Frankfurter Stadtverordnetenvorsteher, bei der Vorstellung der Initiative.

Jeremy Gaines, einer der Gründer von „400 Minutes“, kennt Nigeria gut. Das erste Mal im Land war er vor rund 25 Jahren. Nun ist er Koordinator der Nigerian German Energy Partnership und Geschäftsführer eines deutsch-nigerianischen Joint Ventures. „Wir haben bereits viele Verbindungen in der Stadt: Universitäten, Banken und Kunstszene“, sagt er. Die sollen durch die Initiative gestärkt werden. Auch seien die Rahmenbedingungen beider Städte als Verkehrsknotenpunkt und Finanzzentrum ähnlich. Lagos habe zudem eine florierende Literaturszene und Frankfurt die Buchmesse.

Auch der Regionalbeauftragte des Auswärtigen Amtes für Subsahara-Afrika, Georg Schmidt, lobte die Forderung nach mehr Austausch zwischen den Städten. „Wir können viel voneinander lernen. In Lagos gibt es z.B. viel Wissen über wachsende Städte.“

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