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Niederrad Essen für Bedürftige

Die Ausgabe der Tafel zieht von der Goldsteiner Johannes-Kirche an die Kelsterbacher Straße. Das Bistum reißt das Gotteshaus ab und baut neu.

Ute Schönekäs und Mehmet Dinc helfen bei der Lebensmittelausgabe. Foto: Michael Schick

Die abschüssige Einfahrt an der Kelsterbacher Straße 14 in Niederrad ist voller Menschen. Mit großen Taschen oder Einkaufsrollern stehen sie vor einer Absperrung und versuchen auf Zehenspitzen einen Blick ins Innere der Tiefgarage am Ende der Einfahrt zu erhaschen.

Der dunkle Raum hat sich am Samstagmorgen in eine Art Supermarkt verwandelt. Kistenweise stehen Obst, Gemüse und andere Lebensmittel auf Tischen verteilt in mehreren Reihen in der Garage. Über einen Tisch am Eingang reichen Helfer die Nahrungsmittel an die Wartenden.

Die Lebensmittelausgabe in Niederrad ist eine von zwölf Ausgabestellen der Frankfurter Tafel. Sie ersetzt in Zukunft die Ausgabe in Goldstein in der St. Johannes-Kirche. Das Bistum verkleinert sein Angebot in Goldstein. Die alte Kirche ist abgerissen, der Neubau noch nicht fertig.

Rund 24 000 Bedürftige unterstützt die Frankfurter Tafel im Monat. Dazu gehören auch 61 soziale Einrichtungen, die von dem gemeinnützigen Verein mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Einige davon stellen als Gegenleistung ihre Räume für die Lebensmittelausgabe zur Verfügung.

Auch die Garage in Niederrad gehört einer solchen Einrichtung, der Suchthilfe der Fleckenbühler. Leiter Rolf Sterk hilft zum ersten Mal mit und ist begeistert von dem Engagement der Ehrenamtlichen. „Es ist faszinierend, wie organisiert die Helfer sind“, sagt er.

Die meisten Ehrenamtlichen aus Goldstein helfen auch an der neuen Station in Niederrad weiter mit. Manfred Hanselmann war an der alten Ausgabestelle für den Abbau zuständig. Jetzt sei er in den Innendienst versetzt worden zum Brötchen packen, sagt der Goldsteiner und lacht.

Rund 90 Familien erwartet Edith Kleber, zweite Vorsitzende der Tafel, bei der ersten Ausgabe in Niederrad. Insgesamt sind 25 Neuanmeldungen unter den Anwesenden. Jeder Haushalt kann sich im Abstand von drei Wochen Lebensmittel bei seiner Ausgabestelle abholen. In den Tüten sind vor allem gesunde Sachen wie Obst und Gemüse. Aber auch trockene Lebensmittel, Fleisch oder sogar Lachs sind unter den gespendeten Nahrungsmitteln.

Neben Rentnern, die in Altersarmut leben, seien vor allem Arbeitslose mit Migrationshintergrund von Armut betroffen, sagt Kleber. Mangelnde Sprachkenntnisse seien oft ein Hindernis, um eine passende Arbeit zu finden.

Auch Evelina Malczyk hatte in den vergangenen Jahren Schwierigkeiten, einen Job zu finden. Sie ist mit ihrer vierjährigen Tochter zur Ausgabestelle gekommen und ist froh über die Unterstützung. Zwei Wochen könne sie von dem Obst und Gemüse in den Tüten leben. Trotzdem hofft sie, bald wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Zurzeit besuche sie Kurse, um Erzieherin zu werden.

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