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Nidda Nidda-Wehre werden abgesenkt

Die Nidda führt zurzeit weniger Wasser. Der Grund: Die vier Frankfurter Nidda-Wehre werden wochenweise abgesenkt, um Fischen den Aufstieg aus dem Main zu erleichtern.

Die Nidda, Höhe Maybachstraße. Foto: peter-juelich.com

Anwohner wundern sich dieser Tage über den niedrigen Stand der Nidda. Der Grund: Von März bis April werden vier Frankfurter Nidda-Wehre wochenweise abgesenkt. „Ziel ist, den Fischen den Aufstieg aus dem Main zu erleichtern“, erklärt Werner Kristeller, technischer Leiter der Stadtentwässerung. Nachdem bereits das Wehr in Sossenheim und Hausen gesenkt wurde, wird derzeit das Wehr in Praunheim gesenkt und vom 31. März bis zum 4. April das Wehr in Eschersheim. Ab dem 7. April beginnt der Ablauf von vorn.

Das Verfahren hat sich bewährt: „Der Bestand der Barben und Nasen, für die Nidda typischen Fische, ist seitdem sehr gewachsen“, sagt Marco Weller, Vorstand der Interessengemeinschaft Nidda. „Wir sind dankbar, dass sich die Stadt dafür einsetzt.“

Bereits seit 2011 werden im Frühjahr die Wehre herabgesetzt, vergangenes Jahr erstmals auch im Herbst. Die Stadt arbeitet mit den örtlichen Anglervereinen dem Regierungspräsidium Darmstadt, der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Umweltamt Frankfurt zusammen. „Wir achten darauf, dass durch die Absenkung keine schädlichen Auswirkung auf das Grundwasser oder Nebenarme hat“, so Kristeller. Hilft die Wehrabsenkung im Frühjahr vor allem den Barben und Nasen beim Wandern, benötigen hauptsächlich Meerforellen im Herbst Unterstützung. Schon seit fünf Jahren setzt die IG Nidda die Tiere in den Zuflüssen der Nidda aus. Auch dieses Jahr wollen sie wieder rund 10.000 junge Forellen etwa im Erlenbach freilassen. Die Forellen schwimmen nach einiger Zeit durch die Nidda, in den Main und über den Rhein in die Nordsee. Nach etwa vier Jahren kommen sie wieder ins Süßwasser zurück, um dort zu laichen.

Wehre werden ab- oder umgebaut

„Wir können zwar eine höhere Population der Forellen nicht direkt nachweisen, aber es gibt Indizien, die dafür sprechen“, sagt Jörg Schneider von der Bürogemeinschaft für Fisch- und Gewässerökologie Frankfurt, die das Projekt „Meerforelle“ betreut. Große Laichgruben der Forellen, die man in der Nidda entdeckt hat, würden auf einen Bestandsaufbau hindeuten.

Von den Absenkungen nicht betroffen sind das Rödelheimer und das Höchster Wehr. In Rödelheim führt der Mühlgraben um das Wehr herum, durch den die Fische schwimmen können. Das Wehr in Höchst wurde 2013 zurückgebaut und bietet ebenfalls eine Rinne für die Fische. „Als nächstes wird das Sossenheimer Wehr umgebaut“, sagt Kristeller. Wann, könne er noch nicht sagen.

Nach und nach sollen alle Frankfurter Nidda-Wehre wenn möglich abgebaut oder umgangen werden. Die Stadt bemüht sich schon seit 1990, die begradigte Nidda wieder zu einem Lebensraum für Tiere und Pflanzen werden zu lassen.

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