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Neujahrsempfang im Römer Feldmann mit Narrenkappe

Zusammen mit dem Prinzenpaar geht es in der Kutsche für Peter Feldmann zum Neujahrsempfang im Römer. Dort gibt es neben einer üppigen Verköstigung auch über 40 goldene Adler, ein Orden für besonders verdiente Narren.

Peter Feldmann mit Narrenkappe. Foto: Michael Schick

Die Straßen glänzen schwarz vom Regen, die Stadt wirkt schläfrig noch – als da so gegen 10.30 Uhr ein erstes Helau vom Stoltzeplatz in der Innenstadt ertönt. In rote Samtmäntel gewandet haben sich die Männer vom Großen Rat. Auch Uwe Forstmann, der Pressesprecher des Dachverbandes der Frankfurter Karnevalvereine, trägt so ein wertvolles Stück. Das Motto der Kampagne in diesem Jahr: „Der neue Anfang ist gemacht, wir feiern weiter Fassenacht.“ Da müssen sich die Narren in diesem Jahr aber sputen: Es ist, wie Forstmann bestätigt, eine der kürzesten Kampagnen überhaupt. „Am 10. Februar ist schon Aschermittwoch.“

Inzwischen ist Regina Nedwed mit ihrer Kutsche eingetroffen. Sie hält an diesem Vormittag die Zügel in der Hand, jedenfalls die für ihre beiden Braunen. Der OB mit Narrenkappe winkt in die Menge: „Mir macht das Spaß.“ Zusammen mit dem Prinzenpaar, Renè I. und Dani I., nimmt der Oberbürgermeister in der Kutsche Platz.

Die Laune ist prächtig, die Helaus mehren sich und dann geht es, pünktlich um 11 Minuten vor 11 Uhr, los Richtung Römer und zwar zügig, zack, zack: Vorneweg die Fahnenträger mit Strohhüten, ein paar Schwellköppe, dann Karnevalisten in bunten Uniformen und der große Wagen des Großen Rats mit dem übermenschlich großen Narren, der über das Rathaus springt. Flott biegt der Zug um die Ecke, es geht den Liebfrauenberg hinunter zur Berliner Straße.

Man merkt, die Narren haben es eilig in diesem Jahr. Schon bei den Vorbereitungen wurde gewaltig aufs Tempo gedrückt. Von den „locker über 200 Veranstaltungen“ der über 60 Karnevalvereine wird keine ausfallen. Nur zwei Tanzwettbewerbe werden auf die Zeit nach dem Aschermittwoch verschoben, erzählt Forstmann. Noch am Sonntagabend wird der Große Rat ab 19.31 Uhr seine erste Große Sitzung, das „Rosa Cloudche“ im Nordwestzentrum haben. Sie ist für „Schwule, Lesben und Heteros“ gedacht, wird am Montag- und Dienstagabend wiederholt und ist bereits restlos ausverkauft.

Als die Narren die Berliner Straße überqueren, warten die Autos geduldig und hupen ein Willkommen. Nun werden auch erste Helaus am Straßenrand vernommen. Auf dem Römerberg drängen sich Touristen, um das närrische Treiben auf den Handys einzufangen. Im Römer selbst sind längst Dutzende, nein, wohl Hunderte Narren ausgeschwärmt, die sich – wie der Präsident des Großen Rates, Axel Heilmann, gleich einräumen wird, auf die bevorstehende Verköstigung freuen. Über 40 goldene Adler glitzern auf einem langen Tisch – Verdienstorden für besonders bewährte Vereinsmitglieder.

Doch zunächst ergreift Oberbürgermeister Peter Feldmann das Wort. „Jetzt war doch irgend etwas mit den Reimen“, murmelt er und spricht sich selbst Mut zu: „Versuchen wir es mal.“ Höflich wendet er sich zunächst der Prinzessin zu, um sie zu begrüßen: „Ich lege ihr mein Herz zu Füßen“. Feldmann weiß, dass sich die Vereine um „Alte, Kranke, Kinder“ kümmern: „Ihr seid sozial, das ist wohl klar und das finde ich wunderbar.“ Klappt doch, meint ein Besucher anerkennend. Auch der OB ist mit seinen Narren zufrieden. Mehrmals gönnen sie ihm ein „donnerndes Helau“ zum Schluss gar das von ihm geforderte „infernalische Helau“.

Und vom Römerbalkon wehen rot, weiß, blau und gelb gestreift die Fahnen der Narren. Keine Frage, wer heute hier das Sagen hat.

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