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Neues Volkstheater Das Spiel geht weiter

Nach dem Aus im vergangenen Jahr hat sich das Volkstheater in Frankfurt neu aufgestelt. Unter neuem Namen als „Volkstheater Hessen“ und an neuer Spielstätte - im „Kulturhaus am Zoo“ - tritt es jetzt wieder an die Öffentlichkeit. Und fast alle "Ehemaligen" sind wieder mit dabei.

Iris Reinhardt Hassenzahl, Andreas Walter-Schroth, Silvia Tietz und Tim Grothe (v.l.) sind die Protagonisten auf der Bühne. Foto: Volkstheater

Das Volkstheater ist tot – es lebe das Volkstheater. Nachdem sich die legendäre Frankfurter Institution, 1971 von Liesel Christ gegründet, im vergangenen Jahr vom Publikum verabschiedete, steht nun die Rückkehr unmittelbar bevor: Am 17. Januar führt das „Volkstheater Hessen“ seine erste eigene Produktion auf: „Verspekuliert“.

Der Titel darf durchaus als Anspielung verstanden werden: Wer glaubte, das Frankfurter Volkstheater sei Geschichte, der hat falsch gedacht. Auch der Ort der Aufführung steht für Neuanfang: Ein gewisses „Kulturhaus am Zoo“ ist Schauplatz der Stoltze-Komödie mit Tim Grothe, Iris Reinhardt Hassenzahl, Silvia Tietz und Andreas Walther-Schroth in den Hauptrollen. Adresse: Pfingstweidstraße 2. Da, wo bisher das Theater „Die Katakombe“ residierte.

Und auch weiterhin residiert – aber unter neuem Konzept. Das Kulturhaus soll künftig regelmäßig einen „Kleinen Salon“ für Künstlerbegegnungen beherbergen, dann die Katakombe, und neu: „Gastgruppen“. Dazu zählt das Volkstheater Hesse

„Es sind nahezu alle Ehemaligen involviert“, sagt Hauke Hummel, einst für Kasse und Technik beim Volkstheater Frankfurt verantwortlich, nun einer von drei Geschäftsführern des Volkstheaters Hessen. „Nur die frühere Leitung ist nicht mehr dabei, sieht aber interessiert, was wir machen.“ Gisela Christ, bis Mai 2013 Chefin, sei sogar „ein bisschen stolz auf die Entwicklung“.

Gegründet wurde das neue Volkstheater schon im Februar 2013 von 17 Personen, im Lauf des vergangenen Jahres trat es mit Aktionen an die Öffentlichkeit: Infostände, Unterschriftensammlungen. 5000 Menschen hätten mit ihrem Namen das Motto „Wir sind das Volkstheater“ und den Wunsch der Bürger nach einem traditionellen Mundarttheater untermauert, berichtet der eingetragene Verein.

Zuschuss der Stadt

„Es ist alles ein bisschen mühsamer als früher“, sagt Hauke Hummel, „aber wir sind frohen Mutes.“ Mühsam natürlich auch deshalb, weil die eigene Spielstätte fehlt. Sie war im vorigen Jahr der Zankapfel und letztlich der Grund für das vorübergehende Aus: Weil der Fortbestand des Cantatesaals im Großen Hirschgraben fraglich war, zog Gisela Christ den Schlussstrich – im Streit mit dem Kulturdezernat.

Dort ist man nun froh, dass es mit dem Theater weitergeht. „Wir stehen dem sehr positiv gegenüber“, sagt Antje Runge, Sprecherin von Kulturdezernent Felix Semmelroth: „Ein neues Kulturangebot ist immer begrüßenswert.“ Für die aktuelle Produktion gibt es auch einen Zuschuss der Stadt von 7500 Euro - getreu den Frankfurter Richtlinien, die gerade neu justiert werden: weniger institutionelle Förderung, mehr Projektförderung.

Zwei Ensembles - zwei Konzepte

„Das Geld reicht gerade mal für Ausstattung und Probengagen“, sagt Hummel. Es wäre also nicht ganz unpraktisch, wenn das Publikum in Scharen strömt und die Theaterkasse füllt. Und da sieht es gut aus: Die Premiere am 17. Januar ist ausverkauft, zwei Sondervorstellungen auf einem Schiff der Primus-Linie im Februar und im April sind es ebenso. Weitere Spielstätten will sich das Volkstheater noch suchen – auch außerhalb Frankfurts.

Und der Cantatesaal? Da spielt inzwischen die „Fliegende Volksbühne“ von Michael Quast - das andere etablierte Mundarttheater in der Stadt. Brauchen wir denn zwei davon, an zwei verschiedenen Orten? „Es sind ja auch zwei ganz verschiedene Arten“, sagt Hauke Hummel: „Bei uns das traditionelle Volkstheater, bei Quast ist es schon fast eine andere Kunstform.“ Künstlerisch unterschieden sich die beiden Ensembles stark – was aber nicht dagegen spreche, auch einmal für eine Produktion zusammenzuarbeiten: „Das könnte spannend sein.“

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