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Neues Einkaufszentrum Blüte im Westen

Das neue Einkaufszentrum ist in großer Harmonie eröffnet worden. Es wird als Symbol für eine neue Blüte des Westens gefeiert.

11.08.2010 22:49
Jutta Ochs
Mit dem neuen Einkaufszentrum hat die Königsteiner wieder einen neuen Mittelpunkt. Foto: Rolf Oeser

Die Investoren sagen so schöne Sätze, wie diesen, dass sie nach anfänglicher Skepsis ihr „Herz für Höchst“ entdeckt und nun unwiderruflich an den Stadtteil verloren hätten. Oberbürgermeisterin Petra Roth nennt Höchst ein „Kleinod“ mit großer wirtschaftlicher Attraktion. Und Otto Schiff, Sohn der bekannten jüdischen Kaufhausfamilie, hat aus Kalifornien als „alter Höchster“ ein Grußwort gesandt und freut sich an der Prosperität, die das neue Einkaufszentrum verspreche. Dieses ist an der Stelle auf der Königsteiner Straße gewachsen, wo zuvor Schiff und später Hertie waren.

Bei der feierlichen offiziellen Eröffnung mit Massenandrang aus Kundschaft, Wirtschaft und Politik ist die Stimmung geradezu überschwänglich. Das neue Kaufhaus wird als Symbol für eine neue Blüte im Westen gefeiert. Thomas Reichert, Chef der Initiative Handel und Handwerk in Höchst, hat bereits eine Zunahme der Kundschaft um 20 bis 30 Prozent registriert.

Nach der Schließung von Hertie hatte die Einkaufsmeile im Frankfurter Westen ihr Zentrum verloren. Das ist ihr zurückgegeben worden und zwar in architektonisch höchst ansprechender Form, lobt Petra Roth die Fassade aus Crailsheimer Muschelkalk. Eingelassen ist dort, zusätzlich zu einem Erinnerungsstein auf der Fußgängerzone, auch eine Gedenktafel an die verfolgte und vertriebene jüdische Familie Schiff.

Als 17-Jähriger ist Otto Schiff mit Vater, Mutter, Onkel und Tante 1938 im letzten Moment der Nazi-Verfolgung entkommen. Die Tafel ist ein Beitrag des Hamburger Investors Achim Griese zum Eröffnungsfest, man möchte sich in die Tradition einordnen. Auf insgesamt 6000 Quadratmeter Verkaufsfläche gibt es nun auf der Königsteiner in Höchst neben kleineren preiswerten Läden einen bis Mitternacht geöffneten Rewe, einen großen Drogeriemarkt sowie seit Mittwoch auch eine große C&A-Filiale. Mit tausenden von großen Luftballons sowie einem Scheck an das Jugendhaus hat das Textilgeschäft seinen Einstand gefeiert. Die Bauherren entschuldigten sich bei der Nachbarschaft für viel Lärm und Staub in den vergangenen rund zwei Jahren. Dazu gehörte unter anderem die Metzgerei Weißbecker, die, gar nicht nachtragend, die Gäste versorgte.

Die Abrissarbeiten hatten sich immer wieder wegen praktischer Probleme verzögert. Die städtischen Ämtern aber seien ein hervorragender Partner gewesen. Für Petra Roth Anlass festzustellen: „Wir kümmern uns doch um Höchst.“ Die Beziehungen zwischen dem Westen der Stadt und dem Römer waren in den vergangenen Monaten häufig nicht die besten. Ein Grund waren unterschiedliche Auffassungen von der Umgestaltung des Bolongaropalastes zu einem Kulturzentrum sowie der Zustand des modernisierungsbedürftigen Bahnhofs. Kein Wort davon am Mittwoch. Die Eröffnung des Einkaufszentrums ist in ungewohnt großer Harmonie gefeiert worden.

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