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Neuer Imbiss Vegetarisch auf Türkisch

Zwei türkischstämmige Studenten eröffnen einen Imbiss. Das alleine wäre in einer Stadt wie Frankfurt keine Nachricht wert. Doch wer bei "Çi?köftem" in der Münchner Straße nach Döner oder Lahmacun sucht, wird enttäuscht. Hier ist alles vegetarisch.

07.03.2012 21:00
Timur Tinç
Versucht mit der beliebten türkischen Spezialität Cig-Köfte Kunden in seinen Imbiss zu locken: Ali Ülger Foto: Stephan Morgenstern

Zwei türkischstämmige Studenten eröffnen einen Imbiss. Das alleine wäre in einer Stadt wie Frankfurt keine Nachricht wert. Doch wer bei "Çi?köftem" in der Münchner Straße nach Döner oder Lahmacun sucht, wird enttäuscht. Hier ist alles vegetarisch.

Aus einer großen Masse formt Murat Çevik mit flinken Händen kleine, gleichmäßige Portionen. Çi? köfte nennt sich die türkische Spezialität, bestehend aus Weizen, Tomatenmark, gemahlenen Chilischoten und einer scharfen Gewürzmischung. Auf Deutsch bedeutet çi? köfte: rohe Frikadellen. „Es ist aber vegetarisch“, erklärt Çevik, während er die Portion in ein Salatblatt rollt und ein wenig Zitronensaft darüberträufelt.

Seit vergangenen Samstag gibt es die „rohen Frikadellen“ in der Münchener Straße 20 zu kaufen. Es ist der erste Imbiss dieser Art in Frankfurt. Neun weitere gibt es in ganz Deutschland. Die Inhaber Ali Ülger und Burç Recep Ak sind zufrieden mit der Resonanz in den ersten Tagen. Vor allem die türkischen Mitbürger hätten schon vor der Eröffnung ständig nachgefragt, wann es endlich losgeht. „Ich kenne nur ganz wenige Türken, denen çi? köfte nicht schmeckt“, sagt Ak.

Çi?köftem hat weltweit 165 Filialen

Die Idee, die türkische Spezialität nach Frankfurt zu bringen, ist dem 26-Jährigen nach einem Türkei-Urlaub auf der Rückfahrt mit dem Auto gekommen. „Gemeinsam mit meiner Frau haben wir bei jedem Stopp çi? köfte gegessen“, erzählt Ak, der vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen ist und seinen Master in Volkswirtschaft macht. „Wir haben uns gefragt: Warum können wir das nicht auch in Deutschland kaufen?“ Fast zeitgleich war Ülger, der in Friedberg Logistik studiert, der gleiche Gedanke gekommen.

Und da sich die beiden über ihre Frauen kennen, war der Plan gefasst, den Versuch eines eigenen Geschäfts zu starten. Die jungen Türken wandten sich an die Franchise-Kette „Çi?köftem“, die die türkische Spezialität in der Türkei, Europa und Amerika mit rund 165 Filialen vertritt.

Scharfe Gewürze als Fleischersatz

„Wir wollen die vegetarische Alternative zu all den anderen Restaurants in der Straße sein“, sagt Ak. Neben türkischen Kunden kämen auch viele Pakistanis, Inder und Iraner, berichtet Ülger. Diese seien die scharfe Gewürzmischung gewöhnt, die den Fleischgeschmack ersetzt. „Viele schauen interessiert durch die Scheibe, während wir zubereiten“, sagt der 33 Jahre alte Ülger schmunzelnd. Mit kleinen Appetithäppchen überzeugt er sie schnell vom Geschmack.

„Das Geschäft bringt Leben in die Münchner Straße“, glaubt Bayram Gültekin, der den jungen Männern viel Erfolg wünscht. So ein Geschäft habe hier gefehlt. „Wir sind süchtig nach çi? köfte“, sagt Oktay Yüceda? lachend. Mit seiner Arbeitskollegin Saime Öz habe er von der Neueröffnung gehört und ist sofort hergekommen. „Ich mache çi? köfte zwar auch zu Hause“, erzählt Öz, die mit Yüceda? aus Stuttgart gekommen ist. „Aber fertig ist es natürlich praktischer.“

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