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Neue Altstadt in Frankfurt OB eröffnet ersten Altstadtteil

Peter Feldmann gibt am 9. Februar den Krönungsweg frei und führt die ersten Besucher durch die neue Altstadt in Frankfurt. Die CDU spricht von Amtsmissbrauch des Oberbürgermeisters.

Neue Altstadt
Häuser am Krönungsweg. Foto: peter-juelich.com

Im Streit um eine vorgezogene Teileröffnung der neuen Frankfurter Altstadt hat sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) durchgesetzt. Am Freitag, 9. Februar, um 11 Uhr, also wenige Tage vor der OB-Wahl am 25. Februar, will das Stadtoberhaupt feierlich den Krönungsweg zwischen Dom und Römer freigeben. Zu diesem Zweck werden die Bauzäune an beiden Enden des Wegs abgeräumt und dauerhaft entfernt. Andere Teile der Altstadt bleiben für die Öffentlichkeit weiterhin gesperrt.

Feldmann will an diesem Tag die ersten Besucherinnen und Besucher durch die Altstadt führen, wie er am Freitag im Gespräch mit der FR ankündigte. Der OB stützt sich bei seinem Vorgehen auf eine Magistratsvorlage vom 24. November 2017, der auch CDU und Grüne in der Stadtregierung zugestimmt hatten.

Darin heißt es allerdings lediglich: „Es dient zur Kenntnis, dass Preview-Tage der offenen Tür nach der Fertigstellung der ersten Bauabschnitte stattfinden.“ Von einer vorgezogenen Teileröffnung des Quartiers ist darin nicht die Rede. Die eigentliche feierliche Eröffnung der neuen Altstadt ist erst für den Zeitraum 21. bis 23. September 2018 geplant.

Die CDU im Römer reagiert mit scharfer Kritik auf den geplanten Auftritt Feldmanns am 9. Februar. „Das ist ein Missbrauch seiner Stellung als Oberbürgermeister“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Römer, Michael zu Löwenstein, im Gespräch mit der FR. Der OB wolle die Altstadt im Wahlkampf instrumentalisieren. Zu Löwenstein kündigt an: „Ich werde den Vorgang im Aufsichtsrat der Dom-Römer GmbH zur Sprache bringen.“

Eigentlicher Termin im September

Der CDU-Politiker wirft dem Oberbürgermeister vor, sich beim Thema neue Altstadt „wie ein Fähnchen im Wind“ gedreht zu haben. Tatsächlich hatte der linke Sozialpolitiker Feldmann das Millionenprojekt zunächst abgelehnt – unter anderem wegen der Kosten.

Auf seinen Sinneswandel angesprochen, sagt der OB heute: „Ich denke, wir geben den Menschen mit der Altstadt ein Stück der Seele Frankfurts zurück, ein Stück seiner Geschichte.“ Man müsse der Tatsache Rechnung tragen, führte Feldmann weiter aus, dass viele Menschen „in unserer schnelllebigen Welt ein Bedürfnis nach Erdung“ hätten.

Es gebe „den Wunsch nach Entschleunigung“. Feldmann gibt zu, dass er früher das Stadthaus am Dom nicht gewollt habe: „Es erschien mir zu groß – die Kritik an diesem Projekt hielt ich für berechtigt.“

Der OB verspricht, dass die Teileröffnung der Altstadt am 9. Februar „bescheiden“ ausfallen werde. „Es wird ein paar Stände mit Brezeln und Ebbelwein und Musik geben.“ Das Ganze koste nur einen kleinen Bruchteil der 1,5 Millionen Euro, die für die eigentliche Eröffnung im September beschlossen worden sind.

Diese Ausgaben sehen die Oppositionsparteien im Römer wie die FDP und die Linken als überzogen an.

CDU-Fraktionschef zu Löwenstein sagte, es werde keine juristischen Schritte seiner Partei gegen den Auftritt Feldmanns am 9. Februar geben. „Die Instanz, die über diese Sache zu entscheiden hat, sind die Wählerinnen und Wähler“, bekräftigt der CDU-Politiker.

Michael Guntersdorf, der Geschäftsführer der Dom-Römer GmbH, lädt ausdrücklich auch die anderen OB-Kandidatinnen und -Kandidaten zu der Teileröffnung am 9. Februar ein. „Wir sind als städtische Gesellschaft überparteilich – ich freue mich über jeden, der kommt.“ Zur endgültigen Eröffnung der Altstadt im September werden in Frankfurt mindestens 500 000 Besucher erwartet, darunter viele internationale Gäste.

In der Beschlussvorlage vom 24. November 2017 verspricht die Stadtregierung den Menschen, beim Feiern „Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“ zu erfüllen. Die Feierlichkeiten zur Eröffnung sollten aber dennoch „bei hoher Bürgerbeteiligung und erfolgreichem Stadtmarketing in einem würdigen Rahmen stattfinden“.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

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