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Neue Altstadt in Frankfurt Demnächst steigt die große Altstadt-Fete

1. Update+++ Ende September ist es endlich soweit: Die neue Frankfurter Altstadt wird mit einem großen Fest offiziell eröffnet - jetzt kommt Leben ins Quartier. +++ Alles zur neuen Altstadt.

Neue Frankfurter Altstadt
Die neue Frankfurter Altstadt zwischen Dom und Römer. Foto: Renate Hoyer

Im März 1944 wurde die Frankfurter Altstadt im Bombenhagel zerstört. 74 Jahre später gibt es ein neues Altstadt-Quartier: 35 Häuser, darunter 15 Rekonstruktionen historischer Gebäude, sind zwischen Dom und Römer entstanden.  

Das interaktive FR-Webdossier zur Frankfurter Altstadt

Unter fr-story.de erzählt die Frankfurter Rundschau die Geschichte des Mega-Projekts: Erfahren Sie mehr über den Untergang der Frankfurter Altstadt in einem verheerenden Feuersturm und die hitzige Debatte um den Wiederaufbau. Wir lassen Sie hinter die Kulissen der Bauarbeiten schauen und stellen Ihnen die historischen Nachbauten in einer interaktiven Grafik und in zahlreichen Bildern vor. Vergleichen Sie die neue mit der ursprünglichen Altstadt mit Vorher-Nachher-Ansichten. Unsere 360-Grad-Panoramas versetzen Sie mitten hinein in die Gassen und Hinterhöfe des neuen Viertels. Hier geht es zum Altstadt- Webdossier.

Offizielle Eröffnung der Altstadt Ende September 

Vom 28. bis 30. September wird gefeiert: Dann wird die neue Altstadt offiziell eröffnet. Zwar ist das Areal schon ein Weile für Besucher frei zugänglich, doch erst Ende September steigt die große Altstadt-Fete. Es gibt Live-Musik - unter anderem mit den Rodgau Monotones, Frankfurter Kulturinstitute vom Institut für Stadtgeschichte bis zum Historischen Museum zeigen die interessantesten Facetten der Altstadt – natürlich ist auch die Fliegende Volksbühne mit Michael Quast dabei. Quast wird als Kaiser den Krönungsweg zwischen Dom und Römer beschreiten, „Altstadtgeschichten“ und Szenen aus dem „Urfaust“ von Goethe zum Besten geben. 

Alle Infos zur Altstadt in einem Heft 

Die Frankfurter Rundschau widmet ein komplettes Geschichtsheft dem neuen Vorzeige-Quartier. Es ist ab dem 21. September erhältlich und kostet sechs Euro. Auf 82 Seiten bietet es umfangreiche Informationen zu den spektakulären Gebäuden wie der „Goldenen Waage“, spannende Einblicke in das Frankfurter Altstadtleben im 19. Jahrhundert, prominente Zeitzeugenberichte von der Zerstörung 1944 und ein Gespräch mit dem Architekten Jochem Jourdan über die komplizierte Aufgabe der historischen Rekonstruktion eines ganzen Stadtviertel.   

Prunkstück der Altstadt: die „Goldene Waage“

Das prachtvollst Haus der neuen Altstadt ist wohl „Die Goldene Waage“. In mühevoller Kleinarbeit wurde es so detailgetreu wie möglich nachgebaut. Ein Fachwerkgebäude aus der Renaissance.  Der wohlhabende Gewürzhändler und Zuckerbäcker Abraham van Hamel ließ das Haus für sich und seine Familie von 1616 bis 1619  errichten. 

Im Gegensatz zu anderen Gebäuden aus dieser Zeit ist das Gebäude gut dokumentiert. Es gibt alte Pläne, Zeichnungen und Fotografien, die eine Rekonstruktion erleichterten. Der Architekt Jochem Jourdan forschte im Stadtarchiv und im Historischen Museum, suchte nach Original-Bauteilen. Der enorme Aufwand hat sich gelohnt: Die „Waage“ ist das Prunkstück der Altstadt.  Im Hinterhaus zieht demnächst das Stoltze-Museum ein. Ab Oktober können die ersten Besucher die Räume bewundern und vom Belvederchen auf das neue Viertel schauen. 

Platzverweise für Bettler in der Frankfurter Altstadt 

Die Altstadt ist ein Magnet für Touristen - etwa 5000 Menschen besuchen das Areal jeden Tag. Das klappt recht reibungslos, doch ein paar Abstimmungsprobleme gibt es noch. So existieren für das 7000 Quadratmeter große Quartier gerademal zwei Papierkörbe. Auch mit der Arbeit einiger Stadtführer ist die zuständige DomRömer GmbH noch nicht ganz zufrieden. Da würden „unqualifizierte Falschmeldungen“ verbreitet, rügt Geschäftsführer Michael Guntersdorf. 

So habe ein Führer doch tatsächlich erzählt, dass die Kommune in der Altstadt extrem teure Mietwohnungen gebaut habe. „Wir haben gar keine Mietwohnungen gebaut“, so Guntersdorf. Es waren 80 teure Luxus-Eigentumswohnungen, die nun teilweise von ihren Eigentümern an andere Nutzer weitervermietet werden - zu Preisen von bis zu 18 Euro pro Quadratmeter. „Für diese Lage okay“, sagt die DomRömer GmbH. 

Gegen die Bettelei im Touristen-Hotspot unternehme nun die Stadtpolizei täglich Kontrollgänge durch die Altstadt - und spricht auch schon mal Platzverweise gegen besonders aggressive Bettler aus.    

Eine „mentale Heilung für die Bürger“  

Die Altstadt ist mehr als eine beeindruckende Kulisse für Touristen. Viele Frankfurter knüpfen starke Emotionen an das rekonstruierte Quartier. „Die neue Altstadt ist wie eine Art mentale Heilung für die Bürger der Stadt, die sich an ihr erfreuen und stolz darauf sind“, sagt Cornelia Bensinger vom Verein Pro Altstadt. „Die Bürger brauchen den Altstadtwiederaufbau für ihre Identifikation mit der Stadt.“  

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

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