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Neue Altstadt Frankfurt Apotheke zieht an den Hühnermarkt

Eigentlich sollte im Haus „Schlegel“ in der Neuen Altstadt in Frankfurt eine historisch anmutende Apotheke entstehen, doch die Einrichtungspläne haben sich zerschlagen.

Laterne in der Altstadt
Was alt aussieht zwischen Dom und Römer, ist alles neu. Foto: Renate Hoyer

Noch blockiert Pappe den Blick in das Innere des Erdgeschosses - letzte Arbeiten, bevor in wenigen Wochen die Dom-Römer-Apotheke in das Haus „Schlegel“ zieht. Ursprünglich wollte das Apothekenmuseum aus Heidelberg hier am Hühnermarkt eine historische Apotheke einrichten. Leider sei die historische Apotheke an rechtlichen Auflagen gescheitert, berichtet Michael Guntersdorf, der Chef der städtischen Dom Römer GmbH. „Die Vorgaben zur Kühlung und Aufbruchssicherheit ließen sich nicht umsetzen.“ Nun werde die Apotheke nach heutigen Regeln eingerichtet. „Aber sie wird ihrem historischen Vorbild trotzdem nahekommen“, ist sich Guntersdorf sicher.

Wo bald Arzneimittel über den Tresen gehen, wurden bereits seit 1877 Waren gehandelt. Damals stammten die Güter aus den Kolonien, künftig sollte es beim Handel fairer zugehen. Vor dem Zweiten Weltkrieg zog dann ein Friseur in das Erdgeschoss des „Schlegel“.

Das Haus an der Ecke zum Krönungsweg wurde weitgehend originalgetreu rekonstruiert. Klare Proportionen und das geschweifte Dach machen den Steinbau - wie seine Nachbarhäuser - zu einem Beispiel der klassizistischen Formensprache. Für die Planer der neuen Altstadt gehört es damit zu den Bauten „mit epochemachenden Gestaltungsprinzipien“. Besonders die erhabenen Gauben und die vielen französischen Fenster der mittleren Stockwerke fallen ins Auge.

Mit besonderen Fenstern sind die Gauben auf dem Schieferdach ausgestattet: Dort fällt das Licht durch „serlianische“ Fenster, die nach oben hin halbrund abschließen und außerdem von zwei rechteckigen Fenstern umschlossen sind. Die Rekonstruktion wurde von Hans Kollhoff entworfen und von Jourdan & Müller umgesetzt. Architekt Kollhoff ist eigentlich für seine monumentalen Hochhäuser bekannt.

In das Stockwerk über der Apotheke wird der Bereitschaftsdienst einziehen. Auch das sei Vorschrift, so Guntersdorf. In das zweite Obergeschoss ziehe der Apotheker mit seiner Familie, sodass das ganze Haus in einer Hand sei. Das sei aber nicht verwunderlich, denn so groß wie das Haus von außen erscheine, sei es nicht. „Jede Etage hat eine Grundfläche von 60 Quadratmetern. So viel Platz ist dort also nicht.“ Der wichtigste Grund dafür sei das „riesige“ Treppenhaus, das viel breiter gebaut werden musste als im Original. Alle Gebäude, egal ob Rekonstruktion oder Neubau, müssen den heutigen Anforderungen an den Brandschutz genügen. „Klar, Fluchtwege mussten bei der Rekonstruktion miteingeplant werden“, berichtet Guntersdorf, der Schutz von Menschenleben sei eben wichtiger als der Anspruch, dem Originalhaus so nah wie möglich zu kommen.

Auf einen Dachboden müssen die „Schlegel“-Mieter verzichten. Immerhin genießen sie einen Blick, den andere Frankfurter nicht haben: durch serlianische Fenster auf den Dom.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

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